Donnerstag, 1. Oktober 2020

Satiraden

Oettinger stürzen... Satire. "Oettinger stürzen" wird unter Langzeitarbeitslosen als "Running Gag" immer beliebter. Wie diese Meldung einmal mehr zeigt...  weiter...


Gegendarstellung (Real-Satire) Diesem Stern-Beitrag des Monats Januar lag ein bedauerlicher Irrtum zugrunde und er wurde daher kürzlich vom Stern gegen dargestellt.  weiter...


WIESO Tipp (Real-Satire) Die Mühlen der deutschen Justiz mahlen langsam aber gründlich - sagt man ihnen nach. Wie man am Ausgang des Skandal-Prozesses um die Berliner Landesbank (der Spiegel berichtete hier) erkennen kann, wurde am Ende aber doch alles gut...  weiter...


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Wieder und wieder... (Real-Satire) Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit gelang der FTD gestern am 20.03.2007 der erste Feldtest eines völllig neuen Prototyps für den politischen Beitrag der Zukunft.  weiter...


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CogitoSum und Corona
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In eigener Sache - Editorial
Geschrieben von Jürgen Scheffler   
Mittwoch, 17. Juni 2020

LIebe Besucher*innen,

Schön, dass immer noch so Viele hier her finden. Gerade im Verlauf der gegenwärtigen Pandemie des SARS-Cov2 Virus zeigte sich, wie wichtig und notwendig der offene und sachgerechte Diskurs über gesellschaftliche Zusammenhänge und Belange in Wirklichkeit eigentlich ist. Es gab Phasen, in denen die gewohnten Paradigmen plötzlich außer Kraft gesetzt schienen, eben weil unsere Gesellschaft sich einer recht ernsten Bedrohung gegenüber sah und gehandelt werden MUSSTE. Ich räume gerne ein: mich hat überrascht, wie entschieden sich unsere Gesellschaft hier als Ganzes letztlich hinter der Pandemiebekämpfung zu versammeln vermochte.

Kurzzeitig büßten sogar Medienschwergewichte, aber auch - in nenne es mal so - konservative Wissenschaftskreise ihre gewohnte Deutungsmacht ein und es kam zu einem jener seltenen Momente, in denen die Masse der Bürger eher der eigenen Vernunft als den Worten anderer folgten. Etliche von verschiedenen Seiten vorgetragene Versuche zur Spaltung der Gesellschaft liefen - zumindest in dieser Frage - bislang weitgehend ins Leere. Und es ist tatsächlich, im internationalen Vergleich zumal, Erstaunliches erreicht worden. In einem kollektiven Kraftakt konnte hierzulande aus einer gar nicht mal so prickelnden Ausgangslage im März des Jahres die Pandemie weitgehend zurück gedrängt werden.

Natürlich: diesen Erfolg gab es nicht umsonst. Zurecht schauen Viele mit bangem Blick auf mögliche Folgen dieses Kraftakts, die sich in der Wirtschaft abzeichnen. Doch auch hier bleibt weiter Vernunft gefragt. Vor allem auch bei jenen, die in diesen Wochen gegen Coronamaßnahmen demonstrierend durch die Städte ziehen. Wie bitte hätte eine die Wirtschaft schonendere Alternative denn aussehen sollen - ja überhaupt können? Wo sind die Beispiele im internationalen Vergleich, bei denen es tatsächlich besser gelaufen ist? Etwa Schweden?

Der anfangs diesbezüglich hoch gehaltene Schweden-Mythos ist inzwischen weitgehend implodiert. Diese Gesellschaft tut sich mit ihrem Ansatz in der Pandemiebekämpfung längst schwerer als andere, das jedoch ohne dass dem nennenswerte Vorteile für die dortige Wirtschaft gegenüber stehen würden. Die Botschaft dahinter ist klar: Unsere Gesellschaften werden auf längere Sicht nicht daran vorbei kommen, den Umgang mit derartigen Bedrohungen und anderen Katastrophen erlernen zu MÜSSEN. Das gilt auch und sogar besonders für die Wirtschaft - denn eine einigermaßen ungestört funktionierende Gesellschaft bleibt immer noch die beste Funktionsgrundlage für sie.

Unser Problem an dem Ganzen ist allein Eines: Nahezu Alles was wir in diesen Zeiten erleben, ist NEU. Wir - Bürger, Gesellschaft und auch Wirtschaft müssen uns schlicht den Herausforderungen stellen, die uns gegenüber treten. Wer hier in die Mottenkiste greift, um dort nach Lösungen zu kramen, greift ins Leere. Und so war auch die Entwicklung der AfD in dieser Phase nicht wirklich eine Überraschung. Dass Menschen hingegen aufstehen, um ihre Freiheit zu verteidigen, ist zunächst einmal zu begrüßen. Bedenklich wird es lediglich, wenn man dabei auf Muster pocht, die es so wie es sie mal gab, wohl nicht mehr geben kann und wird. Ohnehin ist auch schwer einzusehen, wo z.B. das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in bestimmten Bedingungen, irgendwelche Freiheitsrechte beeinträchtigen soll. Seit Jahrtausenden bedecken wir uns ja auch mit wärmender Kleidung, wenn es uns zu kalt ist.

So sollten wir alle - da sie nun schon mal da ist - mit dieser Pandemie vor allem Eines tun: nämlich daraus LERNEN, auf allen Ebenen, unter allen Aspekten und vor allem unter Zurkenntnisnahme der Realität. Und als eine der ersten Lektionen steht da klar vor uns: Nicht die Wirtschaft bestimmt das Leben der Menschen, sondern es sind Menschen, die das Leben der Wirtschaft bestimmen. Genau DIESE Lektion blüht uns allen wohl noch in mannigfacher Variation. Insgesamt nennt das Ganze sich Anpassung. Und die ist in der Evolution unbewusster Lebewesen Gang und Gäbe, ohne dass da irgendwo Denken groß ins Spiel käme. Doch im Gegensatz dazu sind wir Menschen nun mal darauf angewiesen, diesen Prozess bewusst zu vollziehen und ihn letztlich in unserer gesellschaftlichen Organisation und damit auch in der Wirtschaft zu berücksichtigen. Sozusagen der Preis für das menschliche Privileg, das ganze nicht dem Zufall überlassen zu müssen, sondern es bewusst und rational gestalten zu können.

Doch nun zurück zu CogitoSum selbst. Nachdem sich das vor einiger Zeit auch hier angekündigte VISION-D Projekt zerschlagen hat, bin ich natürlich keineswegs untätig geblieben. Ich schreibe immer noch gerne, und so ist inzwischen ein ziemlicher Berg an Material zusammen gekommen. Da ich künftig nun auch den Rücken deutlich mehr frei haben werde, ist geplant, für Anfang 2021 wieder aktuellen Webseitenbetrieb aufzunehmen. An Programmierung, Konzept und Struktur wird derzeit noch intensiv gefeilt - aber es dürfte wohl auf einen Verbund mehrerer Webseiten mit recht unterschiedlicher Schwerpunktsetzung hinauslaufen.

Der Kernbestand des CogitoSum-Contents wird darin unterkommen und weiter zum Nachlesen verfügbar sein. Hinzufügen möchte ich noch: Nicht ohne eine gewisse Genugtuung sehe ich, dass diese Seiten hier intensiver gelesen werden, als ich es zum Zeitpunkt ihrer Versetzung in den ARCHIV-Modus jemals erwartet hatte. Inzwischen über eine Million Seitenaufrufe sind mehr als nichts, auch wenn das ein gutes Dutzend Jahre dazu brauchte. Meinen Dank dafür.

Falls hier Besucher darunter sein sollten, die sich generell für Mitwirkung oder auch Werbung in Zusammenhang mit dem künftigen Projekt interessieren, würde ich mich über eine erste Kontaktaufnahme freuen. Darüberhinaus werden Sie an dieser Stelle in den kommenden Monaten auch noch mehr dazu erfahren.

So weit für heute, Ihnen Alles Gute & blieben Sie gesund,

Jürgen Scheffler, 16.06.2020

 
Lage 2011
Benutzer Bewertung: / 8
Politik - Report
Geschrieben von Jürgen Scheffler   
Freitag, 2. September 2011

Es war versprochen - hier also nun trotz intensiver Vorarbeit für erhebliche Umstellungen bei CogitoSum, die Aktualisierung unseres Befundes vom 20.10.2010. Man kann nicht behaupten, dass zwischenzeitlich nichts geschehen wäre. Aufschwungs-Oberfolkorist Brüderle ist nicht mehr Wirtschaftsminister und sein den Armen des Landes "spätrömische Dekadenz" vorhaltender Gesinnungskollege wird derzeit aus seiner Außenminister-Rolle sozusagen medial "herausgeschrieben". Halten wir uns nicht lange mit der überwältigenden Materialfülle auf, die die Realität derzeit vor uns auftürmt - wenden wir uns direkt dem Befund zu, der 2010 hier als Reaktion auf den für normale Menschen kaum noch zu ertragenden Aufschwungshype von Brüderle und dem Medienkartell entstehen musste. Über Änderungen in den Grafiken wundern Sie sich bitte nicht - ihre Ursache ist, dass die Zeitreihen für die letzten 5 Jahre laut destatis einer turnusmäßigen Überarbeitung unterzogen wurden, die wir hier gleich mal mit eingearbeitet haben. Gleichwohl - unserem damaligen Ansatz bleiben wir treu und verknüpfen nach wie vor folgende wichtigen Kennwerte: Arbeitnehmerentgelt, Einkommen aus Unternehmen und Vermögen, Verbraucherpreisentwicklung und die Anzahl der Erwerbstätigen nach ILO-Systematik. Neugierig bleiben wir trotzdem, schließlich stehen ja gleich zwei kleine Wunder aus: Erste Frage ist, könnte es der XXL-Aufschwung 2010 in den späteren Quartalen vielleicht doch in die Realität von Otto Normalverbraucher geschafft haben? Und die zweite Frage wäre, ist denn wenigstens beim "überraschend" starken ersten Quartal 2011 etwas herausgesprungen für ihn?

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Bushbrand in der Klimaforschung
Benutzer Bewertung: / 2
Politik - Report
Geschrieben von Jürgen Scheffler   
Mittwoch, 30. August 2006

Seit einiger Zeit lässt die US-Regierung anscheinend nichts unversucht, Teile der Wissenschaft für die von ihr ohne jede Verunreinigung durch Vernunft oder Skrupel vertretenen wirtschaftlichen Interessen einzuspannen. Hauptaktionsfelder: Gentechnik und Umweltforschung. Über obskure Netzwerke wird mit viel Geld versucht, den Stand der wissenschaftlichen Forschung bei besonders gewinnträchtigen Themen soweit zu vernebeln, dass die Wissenschaft sich als Orientierung für Politik und Gesellschaften in der allgemeinen Wahrnehmung nicht mehr zu eignen scheint. Wie manchem vielleicht bekannt, wird parallel dazu besonders seitens Präsident Bush solch fundamentalistischen Neuprägungen wie "Intelligent Design" besondere Sympathie und Förderung zu teil. Neu ist dieses vormittelalterliche und Wissenschaft zerstörende Konstrukt nicht - schon vor rund 50 Jahren versuchten baptistisch und methodistisch vernagelte Kreise in den USA derartiges, nur nannte man es damals Kreationismus. Der Kern dieser selbst ernannten "Wissenschaft" lässt sich auf einen simplen und für den beschränkten Intellekt von US-Präsident Bush (IQ:91) besonders geeigneten Nenner bringen: "Nichts genaues weiß man nicht" und daher sei bewiesen, dass nur der rechte Glaube in Gott alle Phänomene der Welt schon ausreichend erklärt und den richtigen Weg weise (wie im Irak...). Am Beispiel der von Adepten Bush'scher Weltsicht von Zaune gebrochenen Diskussion um die Klimakatastrophe wollen wir ein wenig von der Methodik dieser finsteren Kreise offen legen. Der durch dieses durchsichtig motivierte Spiel verursachte Schaden für die Glaubwürdigkeit wissenschaftlicher Forschung indes kann bei den gegebenen Verhältnissen in unserer schönen neuen Medienwelt kaum überschätzt werden. Zugleich ist diese Posse ein gutes Beispiel für die Vorgehensweise der Bush-Administration und decouvriert ein weiteres Mal ihre Motive.

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Wie sicher ist "sicher"?
Benutzer Bewertung: / 7
Dokumentation - Zeitgeschehen
Geschrieben von Jürgen Scheffler   
Sonntag, 13. März 2011
Viele - auch ich - hätten auf die aktuellen Ereignisse des März 2011 in Japan gut und gerne verzichten können. Wer hier jedoch glaubte, nicht verzichten zu können oder zu wollen, war vor allem eine Seite: Großkonzerne dachten nicht im Traum daran, die ihnen sicher scheinenden Milliardengewinne sowie ihren dominierenden Einfluss auf die existentiell wichtige Versorgung unserer Zivilisation mit Energie aus ihren Klauen zu lassen. Letztlich setzte sich dauerpropagandistisch in die Hirne von Menschen gespültes Wunschdenken gegen die Realität durch. Vielerorts - auch in Japan - fanden sich politische Mehrheiten zugunsten der nach wie vor höchst fragwürdigen Kernkraft-Technologie. Zumindest solange, bis dieses Wunschdenken am 12.03.2011 ab 07:36 von der vergewaltigten Realität auf furchtbare Weise eingeholt wurde. Für die meisten, die sich mal etwas näher mit der zugrunde liegenden Technologie beschäftigt haben, war bereits spätestens seit der Explosion im Reaktorgebäude des AKW-Blocks Fukushima I-1 am frühen Morgen des 11.3.2011 klar: der Super-GAU hat begonnen. Schon der hohe Druckanstieg im Gebäude belegte, dass es den Notmannschaften vor Ort offenbar nicht mehr möglich war, noch irgendeine Form von Kontrolle über die ablaufenden Prozesse auszuüben. Als dann vor der Explosion das "Ablassen des Überdrucks" entschieden wurde (was zugleich die Entscheidung für eine - vorerst noch überschaubare - Umgebungs-Kontamination ist...), war bereits vorhersehbar - auch dieser gewiss nicht leichtfertig vollzogene Schritt wird unter den gegebenen Umständen den Gang der Ereignisse kaum aufhalten können.
 
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Risse in der Matrix?
Benutzer Bewertung: / 6
Gesellschaft - Streitschriften
Geschrieben von Jürgen Scheffler   
Samstag, 4. Dezember 2010
HINWEIS: Wikileaks URL über http://213.251.145.96/ scheinen wieder erreichbar. Notfalls lassen sich über Twitter alternative Adressen finden.

Die Ereignisse spitzen sich beschleunigt zu - und auch die Einschläge kommen näher. Gemeint ist nicht das Showbiz unserer Politikdarsteller um telenovelahafte Belanglosigkeiten. Selbst die Gespensterdebatte um das nur noch schwer erträgliche Hartz4-Paket unserer Schwarzgeld-Regierung muss sich - bei aller Relevanz für die Menschen in diesem Land - mit den hinteren Rängen zufrieden geben. Vielmehr scheint es die Entwicklung hinter dem für die Öffentlichkeit sichtbaren Vorhang selbst, die hier ihr in Erscheinung tritt. Zum vergangenen Wochenende hin entbrannte eine folgenschwere öffentliche Debatte um Wikileaks - einer Internet-Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, Indiskretionen rückhaltlos zu veröffentlichen. Aktuell geht es - ich füge hinzu: angeblich - um rund 250000 überwiegend eingestufte Dokumente (Stichworte: "Botschafts-Depeschen" oder "Cablegate") aus dem US-Botschaftsdienst, die derzeit Stück für Stück an die Öffentlichkeit gelangen (Stand heute: ca. 850). Doch es gibt auch eine Vorgeschichte: Ähnliches ereignete sich bereits um den Irak-Krieg - via Wikileaks fanden hier sehr wichtige Informationen den Weg in die Öffentlichkeit, wie z.B. das berühmte "Hubschraubervideo", ( Alternativer Link ) in welchem mitverfolgt werden kann, wie US-Kampf-Hubschrauber 2007 förmlich Jagd auf Zivilisten (darunter vor Ort anwesende Reuters-Mitarbeiter...) machen. Selbst der gewiss nicht ohnmächtigen Nachrichtenagentur Reuters gelang es seinerzeit nicht, auf offiziellem Weg vom US-Militär Aufklärung über den Vorfall zu bekommen, bei dem immerhin zwei ihrer Mitarbeit den Tod fanden. Eine angebliche "Untersuchung" ergab natürlich blitzschnell: Niemand der Verantwortlichen habe Kampf- oder Einsatzgrundsätze verletzt. Einsicht in Videos (solche Einsätze werden seit langem grundsätzlich dokumentiert...) wurde - wie üblich - unter Verweis auf Geheimschutz verweigert. Im ersten Halbjahr 2010 aber veröffentlichte Wikileaks sowohl Videos wie etliche relevante Dokumente, darunter Einsatzrichtlinien, die ihm aus Militärkreisen zugespielt worden waren - und das US-Militär sieht sich nun mit Vertuschung-Vorwürfen konfrontiert. Die einzige Reaktion auf diesen nicht hinnehmbaren Skandal bislang: der Informant von Wikileaks, Bradley Manning, sieht sich einer Anklage mit Strafandrohungen von bis zu 52 Jahren Haft gegenüber und soll sich bereits seit Mai 2010 in Einzelhaft befinden. Doch hier soll nicht dieser Krimi aufgerollt werden - denn es gibt Wichtigeres. Seit Wochenbeginn sind haarsträubende Ereignisse zu registrieren - die die Geschehnisse um Wikileaks in einen weitaus größeren Zusammenhang als Cablegate allein stellen.

 

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Der ganz große Coup
Benutzer Bewertung: / 35
Politik - Report
Geschrieben von Jürgen Scheffler   
Mittwoch, 20. Oktober 2010
Es ist 2002 und Denkwürdiges tut sich in Deutschland: der Irak-Krieg zeichnet sich ab, das Land wird von PISA-Studie und Ökosteuer durchgerüttelt, im August lauert ein Jahrhunderthochwasser und obendrein hält der September die turnusmäßige Bundestagswahl bereit. Bundeskanzler Schröder (SPD) macht in Vielem eine ordentliche Figur und bringt letztlich einen ebenso hauchdünnen wie unerwarteten Wahlsieg zustande. Doch schon im Februar des Jahres ist jener Nagel eingeschlagen, an dem die politische Laufbahn des agilen Kanzlers bald hängen sollte. Im Zuge der aus dem Dunstkreis von Bertelsmann-McKinsey lancierten Agenda 2010 lässt er da nämlich eine Kommission ins Leben rufen, um die medial ramponierte Arbeitsvermittlung in Deutschland grundlegend zu "revolutionieren". Eine vollmundige Parole macht die Runde - in nur 4 Jahren werde man die Arbeitslosigkeit "halbieren". Unter Leitung des VW-Vorstands Peter Hartz nimmt eine illuster besetze Kommission ihre "Arbeit" auf. Hinter den Kulissen und wohl unter federführender Mitwirkung von McKinsey et alia beginnt man, die Brechstange zur Demontage des Sozialstaates zu schmieden. Vielen vielleicht weniger bekannt - sind deren verheerende Folgen keineswegs den Empfehlungen der Kommission "Moderne Dienstleistung am Arbeitsmarkt" allein zu "verdanken", sondern vielmehr war es deren gesetzliche Umsetzung, die hier - durchwoben von zahlreichen obskuren Einflüssen - das Unterfangen zu einem in Teilen verfassungswidrigen und nicht rechtskonformen Gesetzesbrei werden ließen. Kaum wiedergewählt, peitscht Schröder diesen nun - übrigens zusammen mit einigen für SPD-Politik sehr merkwürdigen Gesetzen - im ICE-Tempo sowohl durch seine Partei als dann durch die Parlamente. So ist es Anfang 2005 mit dem Inkrafttreten von "Hartz4" bereits vollbracht, noch bevor sich weder SPD noch Öffentlichkeit über die absehbaren Folgen auch nur ansatzweise im Klaren sind. Trotz des schon damals klar erkennbaren gesellschaftlichen Schadenspotentials regt sich nur mäßig Widerstand - nach einigen Monaten ebben die bundesweiten Demonstrationen gegen die Hartzgesetze ab, in deren Verlauf sich die WASG bildet. Interessanterweise reagiert Schröder darauf und schockt Land wie Genossen mit einer vorgezogenen Neuwahl für den Herbst 2005. Er kämpft wie ein Löwe und bringt das Unmögliche fast zustande - die SPD kommt noch einmal mit einem blauen Auge davon, obwohl das aus dem Boden gestampfte Wahlbündnis von PDS und WASG mit 8,7% in den Bundestag zieht. Im sehenswerten historischen Fernseh-Showdown nach der Wahl blitzt Merkwürdiges auf. Der Kanzler - offenbar völlig abgehoben - gibt seine letzte Show in deren Verlauf der massiv die Medien angreift. Doch es bleibt dabei - mit der Sendung enden dann auch gleich zwei Phänomene von Rot-Grün abrupt: Schröder und Fischer. Die schockstarre und nun auch noch führungslose SPD besiegelt kurz darauf ihr Schicksal. Man verschmäht die klar gewählte linke Mehrheit im Bundestag und begibt sich eine Verschleißkoalition unter Merkel. Unter subtiler "Anleitung" des Medienkartells war Belächeln zur gängigen Haltung gegenüber den Demonstranten und ihren Anliegen geworden. Dieses Lächeln dürfte so Manchem inzwischen vergangen sein. Losgetreten vom inzwischen auch schon reichlich losgelösten FDP-Chef Westerwelle und bis auf den Tag flankiert von subtiler Propaganda des Medienkartells - wird nun schon fast ein Jahr gestritten und lamentiert, ohne dass ein irgendwie konsensfähiges Ergebnis auch nur entfernt in Sichtweite geraten wäre. Wir wollen uns gar nicht erst lange an den vielfach unappetitlichen Details dieser "Irren-Diskussion" aufhalten, vielmehr wenden wir uns gleich direkt den inzwischen objektiv klar identifizierbaren Auswirkungen von Agenda und Hartz-Gesetzen zu.

 

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