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Geschrieben von Jürgen Scheffler   
Samstag, 31. März 2007

Zunächst glaubten wir an einen veritablen April-Scherz, als wir auf diese Meldung in der Computer-Zeitschrift PC-Welt stießen - und fanden ihn als solchen etwas makaber und zudem auch ein wenig verfrüht. Gerade weil unsere Jubel-Medien sich derzeit so fürchterlich überschlagen, die Arbeitsmarktsituation auf dem IT-Markt in den allerschillernsten Farben darzustellen, kann so ein Dämpfer allerdings durchaus mal wieder für etwas mehr "Erdung" sorgen. Dennoch - wir schauten einmal nach, und - oh Schreck - diese Meldung war KEIN verfrühter Aprilscherz.

Hier der Ausgangsartikel in der Computerwoche vom 29.03.2007 auf den sich diverse Zitationen beziehen. Und in diesem Artikel kommt es ziemlich dick: Die renommierte internationale Unternehmensberatung A.T. Kearny (Link) und (Link) stellt sich hiermit erstmals offen gegen die Deutsche Bank Research - die aus ihren Untersuchungen den Schluss zieht, dass die Verlagerung von IT-Arbeit in ferne Länder (Offshoring) keine Arbeitsplätze koste.

In der Folge untermauert A.T.Kearny seine Aussagen mit vergleichsweise plausiblen Erklärungen - was das Horrorszenario keineswegs "verschönert". Fest allerdings steht, dass mit SAP der größte deutsche IT-Konzern sich bereits seit längerem an genau diesem Szenario entlang hangelt. Da ohne IT in moderner Hi-Tech praktisch nichts mehr geht, stünde Deutschland und wohl auch der EU ein gradezu epoacher Kompetenzverlust mit Auswirkungen auf nahezu alle Produktionsbereiche bevor, sollten sich diese düsteren Visionen bewahrheiten.

Man muss kein Branchenkenner sein (ein Anspruch den wir hier auch nicht erheben) sein, um die absehbaren Folgen zu erkennen. Eine Globalisierung, die einen offenen Wettbewerb von durch unterschiedliche Entwicklungsstadien deformierten Sozial- und Lohnstrukturen fördert, KANN nur den Ruin der entwickelten Gesellschaften zur Folge haben.

Aber die fortwährende Lüge über den wahren Zustand des Arbeitsmarktes verstellt hierzulande eben den Blick auf diese vergleichweise simplen Realitäten. Es ist nämlich prinzipiell so, dass IT-Arbeit sich nicht sonderlich gut in das hergebrachte Zusammenspiel von Kapital und Arbeit einfügt. Eine einmal gemachte IT-Arbeit kann in den allermeisten Fällen ohne jedes nennenswerte menschliche Zutun (->Arbeit) beliebig oft produziert und verteilt werden. Schon zu Beginn des IT-Zeitalters setzten hochfliegende Träume von der IT als neuer Job-Maschine sehr unsanft zur Landung an, als die ersten Programmgeneratoren (Programme zur Erzeugung von Programmen...) auftauchten.

Die Frage bleibt indes, ob sich die Gesellschaften Europas es noch leisten können, nach der Schlüsselstellung in Elektronik, IT-Hardware nun auch noch jene in der IT-Software an Fernorst preiszugeben. Hier wird das wahre Gesicht des deregulierten Kapitalismus bestens erkennbar: 100.000 weniger hochqualifizierte Arbeitsplätze hier tun weh - und nutzen z.B. Indien nicht wirklich signifikant - zumal die Arbeit dort im Vergleich zu hier mit einem Nasenwasser bezahlt wird. Die Differenz streicht weder die Gesellschaft hier noch die drüben ein - sondern wieder mal: allein nur die Reichsten der Reichen.

Solange Weltwirtschaft so betrieben wird, wie derzeit, wird sich an dieser Entwicklung nichts ändern - bis das Durchschnittseinkommen in Indien, China etc. auf unserem Niveau - oder wahrscheinlicher - wir auf deren angelangt sind, womit sich dann auch die Gesellschaften in ähnlichen Elendszuständen befinden werden - oder glaubt etwa irgendwer, es sei möglich, 2,5 Mrd Menschen in Indien und China auf das hiesige Wohlstandsniverau zu heben? Wie denn - wenn die dortigen Menschen und Gesellschaften noch viel weniger vom Kuchen abbekommen, als es sich hier eingebürgert hat?

Nie und nimmer - es wird so ausgehen, dass - bis hier alle Werte verschleudert oder vernichtet sind - eine kleine Gruppe international agierender Kapitalisten über noch gigantischeren Reichtum verfügt - weil stets nur das was hier vorhanden ist, in ihren Schattullen überhaupt landen kann. Ist dann alles da - ist dieser Spuk vorbei, und man sucht sich einen neuen...

Das ist nun mal die eindeutige und klare Message der "Squezze-Out-Strategie" ("Ausquetschen"), welche die "Heuschrecken" so lieben - Hier ein funktionierendes Unternehmen aller Werte und allen Knowhows entkleiden und dann inkl. hiesiger Arbeitsplätzen wegwerfen. Werte fliessen werden verscherbelt - Know-How geht ab ins Niedriglohnland. Und die nächste Runde...

Diese Muster sind keineswegs nur auf IT beschränkt - es gilt für nahezu alle Branchen moderner industrieller Produktion und Wirtschaftens ab einer gewissen Größenordnung. Leider haben hier noch viel zu wenig Menschen begriffen, dass diese Form des Wirtschaftens kein Recht und auch keine Vernunft - sondern allein das darstellen, was Raubzüge der Wikinger vor 1.000 Jahren schon waren. Zudem - schon immer erhob sich eine Frage: Wie kommt es eigentlich, dass ein Mensch hier zum Leben 800€ im Monat und einer in China nur 80 Euro braucht? Ganz offensichtlich ist der Euro in China mehr wert als hier... oder? Wer eigentlich "macht" solche Verhältnisse? - Welcher Personenkreis legt sie nach welchen Regeln fest? Nicht, dass da am Ende etwa dieselben die Finger im Spiel haben, die daran so gigantisch verdienen... leider bliebt die höchst konkrete Vermutung - genau so ist es!


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