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Sinn-Entleerung? PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Jürgen Scheffler   
Samstag, 28. April 2007

Sinns Diagnose - hier nachlesbar - ist mit der Ausnahme seiner Feststellung, Kanzerlin Merkel habe ein phantastisches Wahlprogramm gehabt, kaum zu widersprechen. Offenbar scheint sich Nervosität breit zu machen unter den Maulwurf-Verbänden in Absurdistan, zumal die große Koalition inzwischen beträchtlich ins Schlingern geraten ist. Ein so schneller Test war für die gefälschten Meinungsumfragen schließlich nicht vorgesehen - und es scheint keineswegs sicher, dass die aktuellen Profiteure in Absurdistan einen Wahlkampf um Mindestlohn, Rechtspopulismus und Unterschicht unbeschadet oder gar gestärkt überstehen könnten. Dass Prof. Hans-Werner Sinn das Wort Sozialstaat überhaupt noch in den Mund nimmt, ist indes schon eine Unverschämtheit an sich. Wenn Sinn Sozialstaat sagt, meint er in Wahrheit die völlige Abwesenheit desselben - etwas was sich auf Sinn's vermutliche Haltung zur Demokratie 1:1 übertragen lassen wird. Der wirre Professor leidet anscheinend immer noch an der Fehlwahrnehmung, dass Arbeitslose irgendwie (nur wie, vermag er nicht zu erklären...) schuld seien am Rückgang der Arbeitsplätze - dieses lachhafte Märchen hat nichts mit Sinn, sondern eher mit dem Gegenteil davon zu tun.

Aus genau einem Grund gibt es so viele Arbeitslose - vermutlich in etwa das Doppelte von dem, was die gefälschte Statistik auswirft: nämlich, weil seitens der Wirtschaft mehr ordentliche Arbeitsplätze schlicht nicht angeboten werden. Dies tut die Wirtschaft nicht etwa, weil sie böse ist - sondern sie tut es ihrer eigenen Logik folgend. Arbeitsplätze entstehen dort, wo gute Geschäfte zu machen sind. Und das ist dort, wo die Masse der Menschen Waren und Leistungen auch bezahlen können.

Auch wenns unserem Professor schwer fällt - Wirtschaft drehte sich noch nie nur um immer noch niedrigere Hungerlöhne. Daher wird ein ordentlicher Mindestlohn auch niemals wirklichen Schaden anrichten können. Arbeit, von der man hierzulande nicht leben kann, ist eben nicht so sehr viel anders als gar keine Arbeit - und wenn Sinn sich auf den Kopf stellt. Arbeiten bedeutet eben letztlich auch, sich vom damit Verdienten nach Möglichkeit deutlich mehr kaufen zu können, als nur die nötigsten Billigstlebensmittel... Keine Volkswirtschaft der Welt kann es sich ungestraft erlauben, ihren Binnenmarkt auf Dauer derart zu vernachlässigen, wie es der jüngeren Wirtschaftspolitik in Absurdistan vorzuwerfen ist.

Seit Jahren verschwinden so ordentliche Arbeitsplätze. Die Ursache ist - neben dem Rückgang durch den Produktivitätsfortschritt - nicht zuletzt auch durch die immer einseitigere Begünstigung einer minimalen Schicht besonders Reicher in unserer Gesellschaft - was aber unser Binnenwirtschaft nicht das Allergeringste nutzt. In vielen Bereichen fallen die Menschen zudem auch sozusagen die Lohntreppe herunter. Sie arbeiten für deutlich weniger Lohn dann nicht selten auch noch beträchtlich länger, was neben Einbußen für den Binnenmarkt auch weitere direkte Arbeitsplatzverluste zur Folge haben muss.

Sinn selbst war es, der all diesen absurden Quatsch neoliberaler Politik immer gerechtfertigt - ja in höchstem Maße engagiert vertreten hat. Da ist es an Zynismus kaum noch überbieten, dass ausgerechnet ER sich plötzlich Sorgen um den sozialen Frieden hierzulande macht. Ausgerechnet er - der seit vielen Jahren die Trommel der sozialen Kriegserklärung im Lande rührt, wie kaum ein anderer. Er wird sich vor seiner persönlichen Mitverantwortung für die immer unhaltbareren Zustände in der Gesellschaft nicht mehr drücken können. Eine geradezu widerliche Spitze seines Zynismus stellt nun der Versuch dar, die eigene Verantwortung für die Verwerfungen, wie u.a. die grassierende Kinderarmut, nun Anderen unter zu schieben.

Uns jedenfalls würde es maßlos freuen, wenn sein Gezeter ein erstes Indiz für den Anfang von seinem Ende als "Wirtschaftsweiser" hierzulande wäre. Dort hingehört hatte er ohnehin nie - und am besten er nimmt bei seinem Abgang gleich auch noch einige seiner Maulwurfskollegen mit. Schaden im Land ist ohnehin allemal genug angerichtet - Deutschlands Politik braucht diese "Sinn-Entleerung" dringender denn je - auch wenn damit längst noch nicht alle Probleme unserer Gesellschaft gelöst sind. Ein großes weniger würde immerhin schon mal Mut machen...


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