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Satiraden

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Deutschland im Herbst 07 PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Jürgen Scheffler   
Donnerstag, 20. September 2007

Ja - inzwischen ist es entschieden! Wieder siegte eine Legende. Langzeitarbeitslose Ingenieure in Deutschland dürfen sich nun auf noch einige Zeit länger in der angeblich so bequemen Hartz-Hängematte einrichten. Vom 1. November an sollen Maschinen- und Fahrzeugbau- sowie Elektroingenieure aus den mittel- und osteuropäischen EU-Beitrittsstaaten leichter nach Deutschland kommen können. Die Verordnung von Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD), die das Kabinett billigte, bedarf nicht der Zustimmung des Bundesrats. In beharrlicher Kleinarbeit seit Langem auf wirtschaftseigenen Kommunikationswegen vorbereitet, reagiert unsere "Führung" wie immer schnell und entschlossen, wenn es in die falsche Richtung geht. Denn Absurdistan ist von einer gar fürchterlich entsetzlichen Gefahr bedroht, die angeblich keinerlei Auschub mehr duldet: Fachkräftemangel.

Angesichts von etlichen Millionen Menschen ganz ohne und weiteren Millionen in höchst prekären Jobs mag sich Mancher zwar die Augen reiben - aber uns gehen angesichts des so arg gigantischen Aufschwungs doch tatsächlich die "Fachkräfte" aus - angeblich zumindest. Vor allem bei Ingenieuren in IT-Spezialisten herrsche der schiere Notstand - auch eine erste Zahl lag schon auf dem Tisch: 20 Mrd € "Geschäft" müssten hiesige Unternehmen bereits abschreiben, weil es eben einfach nicht genug Fachkräfte mehr gebe... Traurig, traurig, traurig - und weil das alles wegen der "Demographie" demnächst noch viel trauriger werden wird, müssen nun dringenst die - dort natürlich überreichlich vorhandenen - fremdsprachigen Fachkräfte aus den Niedriglohnländern angeheuert werden. Absurdistan pur eben - wie es leibt und lebt.

Dieser Artikel der Frankfurter Rundschau störte zwar das scheinbar so logisch daher kommende und vom Medienwald sonst unbekümmert nachgeplapperte Trugbild allerdings mächtig. In der Realität indes finden sich bei näherem Hinsehen dann schnell noch jede Menge weiterer "Störungen". Vorsichtig geschätzt zwischen 6 und 8 Millionen Arbeitnehmer im Lande dürften auf der Suche nach einem berufsgerechten und/oder ordentlich bezahlten Job sein. Das ist immerhin ein Fünftel des landesweiten Potentials. Ein Teil davon arbeitet zwar - allerdings in irgendwelchen Jobs, die weder ihr Potential nutzen noch die Butter aufs Brot verdienen, wofür der Staat inzwischen schon Milliarden berappt. Der arbeitslose Rest indes bewirbt sich zum größten Teil permanent auf die so vielen angeblich "freien" Stellen - und dies ebenso permanent erfolglos. Nun - mag mancher Professor-Sinn-nahe Kurzdenker rezitieren - das seien eben die "Verlierer" der "Globalisierung", jene "Geringqualifizierten" also, die sich ihren Lebensunterhalt nicht mehr erarbeiten können, weil keiner ihr lumpiges bischen Leistung mehr haben will.

Komisch nur - sobald der Lohn auf Armutsniveau oder besser noch möglichst weit darunter fällt, scheint schlagartig Nachfrage da? Es ist wie es immer war - der noch Billigere ist eben der Feind des sowieso schon Billigen. Da scheinen dann auch Qualifikationmängel und Sprachprobleme kein Hindernis mehr. Richtig ist hieran nur: Wer die Sprache nicht beherrscht, kann auch gegen idiotische Anweisungen der Führung oder die Politik nicht aufmucken. Hierzulande indes wurden monatelange Praktika zum Nulltarif zum regelrechten "Renner" auf dem absurdistanischen Arbeitsmarkt (vgl. diverse Fernseh-Sendungen darunter Report Mainz...).

Das ist praktisch - denn hier zahlt Staat gleich komplett jenen Hungerlohn, für den Menschen sich zum Wohle pervers hoher Gewinne Anderer abrackern - so sind eben "freie" Märkte in Absurdistan. Den Spieß umgedreht bedeutete dies in etwa: Sie spazieren ins nächste Autohaus und holen sich mal eben ihr funkelnagelneues Auto ab - zum Nulltarif versteht sich. Eine Frage aber bleibt: wieso malträtieren unsere Ämter dann bloß Arbeitslose mit allerlei sinnlosem Zeug - wie Bewerbungsmarathon, "Arbeitsfabriken", und den verfassungswidrigen "Sanktionen"?

Überhaupt ist an dem von der mächtigen Superreichen-Eliten-Propaganda gezeichneten Bild praktisch Alles schräg. Aufschwung gibt es nur bei denen, die zur gesellschaftlichen Leistung ohnehin nichts Reales mehr beitragen. Wie meistens, sind es Verzichte von Arbeitnehmern sowie Arbeitslosen über Kleinrentner bis hin zu vielen Kleinunternehmern, die das ganze Schildbürgertum finanzieren. Für den eher behaupteten als tatsächlich bestehenden Fachkräftemangel bleibt festzustellen: in den wenigen Bereichen wo es ihn wirklich geben mag, hat ihn niemand geringerer als die Wirtschaft selbst über Vernachlässigung von Berufsausbildung und eigener Personalentwicklung maßgeblich mitverursacht. In vielen Bereichen jedenfalls - auch in den Notstandsbranchen - gibt es indes immer noch etliche Tausende im Heer der Arbeitslosen, die lieber heute als morgen gerne wieder mal ihrem mit viel Aufwand an Geld und Mühe erlernten Beruf nachgehen würden - und das inzwischen auch zu Konditionen, über die viele unter ihnen vor einigen Jahren noch milde gelächelt hätte.

Aber unsere Politik leidet anscheinend an Alzheimer - dabei brauchte sie sich eigentlich nur an jene Erfahrungen zu erinnern, die man in den Boom-Jahren mit dem von der Wirtschaft massiv geforderten Zuzug von Gastarbeitern machte. Gleich eisenbahnzugweise heuerte man in armen Ländern einfache Arbeiter an - lockte sie hierhin und die Rechnung der Wirtschaft ging für kurze Zeit auf. Danach kam das Prinzip "Nach unserem Gewinn die Sintflut..." - als das wegen Rationalisierungseffekten mit der Rechnung nicht mehr so klappte, war's schlagartig vorbei mit dem Hype. Die Wirtschaft passte ihr Personal natürlich an - der Gesellschaft aber hinterließ die Kampagne ein bis heute schwelendes Integrationproblem.

Eine Botschaft scheint auch nach 150 Jahren Industrialisierung in den Hirnen der Wirtschaft immer noch nicht angekommen: Arbeitskräfte sind weder Maschinen noch bloße Faktoren, sondern Menschen. Wer Menschen aus anderen Gesellschaften und Kulturen "anheuern" will, muss dabei auch die mit deren Integration verbundenen Lasten tragen - und dies gilt verschärft besonders dann, wenn man diese Kräfte dann einestages auch noch auf Kosten des Staatssäckels "freisetzt". Maschinen kann man in diesem Fall verschrotten, dies ist lediglich eine Frage der ohnehin höchst simplen betriebswirtschaftlichen Logik - Menschen aber müssen auch dann, da sie nun mal da sind, in unserer Gesellschaft leben können.

Die Verantwortung für solche Heldenklau-Aktionen liegt also klar bei der Politik - und keineswegs bei den Unternehmen. Wobei hier die Unterscheidung in Absurdistan immer schwerer fällt - wie dieser Link mal wieder deutlich macht. Herr Hundt ist zwar von niemand politisch Relevantem gewählt - aber was er sagt, pflegt eigenartigerweise stets brav von unseren "Volksvertreten" umgesetzt zu werden. Zynisch formuliert: Nur lachhafte Verschwörungstheoretiker werden hier einen völlig aus der Luft gegriffenen Zusammenhang mit dem Umstand herbeifabulieren, dass nicht wenige Volksvertreter ihre kargen Diäten mit in ihrer knappen Freizeit hart erarbeitetem Zubrot auf Lohnlisten diverser Wirtschaftsstrukturen aufbessern.

Nun im Ernst: Unternehmen jedenfalls stand es schon immer frei, in jedem beliebigen Land ihrer Wahl eine Niederlassung zu errichten und fehlende Kräfte dort vor Ort zu beschäftigen. Was also dann mag wohl der Grund für die anhaltende Fremdkraft-Sucht bei den Wirtschaftsverbänden und -verbändchen Absurdistans sein? Wozu eigentlich "braucht" man diese neuerliche "Blue-/Greencard-Kampagne" genau?

Ein Teil der wahren Ursachen hier mag sicher sein, dass etliche Groß-Unternehmen (z.B. SAP, Deutsche Bank) dabei sind, beträchtliche Teile ihrer IT-Arbeit nach Indien etc. auszulagern. Hierfür braucht es Argumente, wenn nicht noch mehr Flecken auf den ohnehin nicht mehr so reinweißen Westen landen sollen. Üblich in solchen Fällen ist ja heute, dass wirtschaftliche Großkombinate die ihre später benötigten Argumente über ihren Medieneinfluss und ihre PR-Organisation selbst in die Welt setzen und verbreiten lassen, um sie dann anschließend in der öffentlichen Diskussion zu nutzen. Den "Facharbeitermangel" darf man getrost zu diesen Hoaxen zählen...

Allerdings lassen Nachhaltigkeit und Massivität der Kampagne sowie vor allem der Einsatz der "schweren Reiterei" - gemeint sind die oben angedeuteten Verbindungen ins Parlament - Zweifel an der Vollständigkeit der Erklärung aufkommen: Der ganze Aufwand wirklich nur für das bischen Arbeitsplatzabbau im IT-Bereich? Wir erinnern uns: schon an Kanzler Schröder trug offenbar Jemand vergleichbare Ansinnen heran - seinerzeit launchte der "Genosse der Bosse" dann seine ominöse Green-Card-Inder-Kampagne, weil es hierzulande - so hieß es damals schon - nicht genug internet-kompetente Menschen gäbe. Die Kampagne ging grandios in die Hose - denn damals bereits war Absurdistan anscheinend nicht mehr derart schön, als dass selbst Inder hier für die Hälfte dessen, was sie anderswo bekommen, arbeiten wollten. Hieran hat sich wenig geändert - wie wir wissen...

Dennoch - auch schon da war der Vorgang ingesamt kaum weniger merkwürdig als heute. Dachte man bis diesem Zeitpunkt bei Fremden-Sehnsucht meist eher an einfachere Arbeit, scheint man es zunehmend vor allem auf gut bezahlte und hoch qualifizierte Facharbeit abgesehen zu haben. Wie ein roter Faden aber ziehen sich Zuwanderungswünsche der Wirtschaft generell durch die Geschichte der bundesdeutschen Republik - selbst noch als man die DDR "aufsog", bewerkstelligte der dicke Kanzler ohne viel Tam-Tam Massenmigration von Deutschstämmigen aus den Oststaaten - trotz hoher Arbeitslosigkeit in den eigenen Ostländern. Hier kommt so langsam der Verdacht auf, solchen Kampagnen könnte etwas Grundsätzliches anhaften - etwas, was man zwar weder thematisiert noch kommuniziert, aber mit auffallender Beharrlichkeit verfolgt. Machen wir uns auf die Suche...

Das Schicksal der derzeit Langzeitarbeitslosen macht deutlich, worum es im Kern eigentlich geht. Allem voran - in keinem Land der EU ist dieses Phänomen derart hartnäckig präsent wie in Absurdistan. Da es sich nun zum größeren Teil um die gleiche Bevölkerung wie noch zu besseren Zeiten handelt, kann es an den betroffenen Menschen ja nun wirklich nicht liegen, dass sie keine Jobs mehr finden. Hier nimmt Widersinn in den Forderungen nach ausländischen Kräften dann verräterische Züge an. Jede Logik gebietet doch förmlich, im Fall steigenden Arbeitskräftebedarfs zunächst die eigene Bevölkerung einzuspannen - erst recht, wenn der Staat per Hartz ihren Lebensunterhalt finanziert. Das gehütete Geheimnis lautet: Man will diese Menschen schlicht nicht arbeiten lassen - zumindest nicht auf einem ordentlichen Arbeitsmarkt. Ein im EU-Vergleich einmalig hinrissiges Bewerbungsritual sorgt dann im Gesamtergebnis auch nachweislich für deren zuverlässige Ausgrenzung vom Arbeitsmarkt und dies: völlig unabhängig von ihrer fachlichen Qualifikation.

Eine Absurdität solchen Ausmaßes gönnt sich sonst kaum eine Gesellschaft in Europa - in Absurdistan werden teilweise hoch qualifizierte eigene Bürger vorsätzlich in die Langzeitarbeitslosigkeit gedrückt. Mithilfe der Hartz-Peitsche werden sie nach Belieben traktiert, während man sehenden Auges ihre Qualifikationen "verrotten" lässt. Mehr als die immer gern behaupteten "fachliche Defizite" muss hier anderes ausschlaggebend sein - denn: welch ein größeres Defizit für komplexe Arbeit als die ungenügende Beherrschung der Sprache kann es denn noch geben? Aus Sicht gewisser Kreise gibt es da tatsächlich eine Menge - nur können sie es nicht sagen. Zu nennen wären da z.B. mangelnde Unterwürfigkeit, Kenntnis ihrer Rechte, politische Überzeugung, Haltung zu Religion u.v.m.

Das ist keineswegs so abwegig, wie es auf den ersten Blick scheinen mag - denn: Vor allem die Geburtsjahrgänge aus den 50er bis 70er Jahren sind hier betroffen - also jene Generation, die noch in einem relativ ordentlichen, korruptionsarmen Land aufwuchsen und noch eine halbwegs intakte moderne Gesellschaft kennen lernten. Diese Generation aber möchten gewisse Kreise heute am liebsten komplett "entsorgen" - bildet sie doch eine gut hörbare Reibungsfläche für den "Schmierstoffumlauf" in Absurdistan. Zwangslos erklärt sich so die - in der EU wiederum einmalige - Abscheu des sogenannten "deutschen Arbeitsmarktes" vor den heute 40-60 Jährigen aus diesen Generationen.

Diesem Phänomen kann man auch den Namen "Haltungs-Selektion" geben. Wichtiger als die fachliche Kompetenz eines Arbeitnehmers scheinen seine sonstigen Eigenschaften - er sollte möglichst devot, bienenfleißig, korrumpierbar und vor allem eines sein: Pflegeleicht für unsere achso schwer leistungstragenden Führungskräfte und natürlich brave Kirchensteuerzahler. Denn längst gelangen ja nicht mehr die wirklich Besten an die Schaltstellen in Unternehmen; diese werden inzwischen über Seilschaften und eine Art mittelalterliches Pfründe-System eher konspirativ besetzt. Dass es hierbei natürlich zumeist beträchtlich an Talent mangelt, darf indes keinesfalls ruchbar werden - und diesem Risiko beugt am besten damit vor, dass man sich bevorzugt mit Mitarbeitern des oben beschriebenen Typs umgibt.

Wenn dies stimmt - dann dürfte Haltungselektion nicht nur bei einer Generation auftreten. Und richtig: Allen sattsam bekannt sind die "Probleme" nicht weniger junger Menschen, trotz guten Studiums in ihr Berufsleben zu finden, während bei anderen der Karrierezug - vor allem wenn sie die richtige "Herkunft" haben - von Anfang an im ICE-Tempo unterwegs scheint. Nebenbei stoßen wir hier auf ein weiteres - verwandtes - Phänomen: Herkunfts-Selektion.

Und nun wird ein Schuh aus all den vielen Kampagnen Absurdistans: Ausländer die man hier her holt, sind vor allem eines: völlig abhängig - und genau das ist es, was sie so begehrt macht. Und auch die Sekundärtugenden wie Korrumpierbarkeit, oder den richtigen Glauben, bringen nicht wenige von ihnen gleich von Haus aus mit - zumal: vor Ort, also "weit weg", wählt man sie aus - wobei die wirklich zugrunde gelegten Kriterien sich der hiesigen Beobachtung weitgehend entziehen. Ideale Kandidaten - zumindest für jemanden, der Großes und vor allem Krummes vor hat. Denn Zuwanderern fiele es deutlich schwerer, angesichts der einen oder anderen Schweinerei hier Öffentlichkeit oder Recht herzustellen, die ihnen so in ihrem Arbeitsalltag begegnet.

Interessant in diesem Zusammenhang ein anderes Detail aus dem Bildungsbereich: Von der öffentlichen Diskussion wenig beachtet befindet sich ein längst "ad Acta" gelegtes Relikt aus Kaiserszeiten mitten in seiner Rennaissance: die sogenannten "Kopfnoten" in Zeugnissen! (Link hierzu). Irgendein Lehrer - z.B. auch einer, der strammes Mitglied im katholischen Cartell-Verband ist - darf künftig nun wieder jungen Menschen direkt ins Zeugnis schreiben, wie es um ihre oben angesprochenen Eigenschaften bestellt ist. Nach außen hin wird mit Unschluldsmiene gelogen, es handele sich hier um die notwendige Beurteilung des Sozialverhaltens von Schülern - schließlich soll kein späterer Arbeitgeber sich eine Laus in den Pelz setzen. Wie immer bei solchem Zeugs, das wieder mal natürlich von der - auf Absurditäten abonnierten - CDU besonders massiv gefordert und umgesetzt wird, ist nicht unbedingt logisch, was logisch klingt.

Denn: Wenn ein Arbeitgeber mit seinem Mitarbeiter "unzufrieden" ist, kann er ihn rausschmeißen - heute leichter denn je. Es besteht also keinerlei Notwendigkeit, schon bei 9-jährigen Schülern sich eine Prognose darüber aus den Fingern zu lutschen (mehr kann es ja ohnehin nie sein...) ob sie dereinst mal die in Absurdistan nachgefragten "Tugenden" wohl auch in ausreichendem Maße entwickeln werden.

Gesellschaftlich hochgefährlich - denn derartige Mechanismen stellen immer auch Macht dar, und zwar verdeckte wie unkontrollierte Macht. Irgendein beurteilendes Individuum prägt das Schicksal vieler Dutzend anderer auf Basis einer bloßen Prognose - die zwischen interessengeleitet, verfehlt, bemüht und zutreffend jeden beliebigen Zustand annehmen kann. Kinder aus den in Haltungs- und Herkunftsselektion unerwünschten Bereichen können so aber bereits "gefiltert" werden, bevor sie überhaupt in eine Situation geraten könnten, ihr Leistungsvermögen unter Beweis zu stellen. So baut man Gesellschaften um - wie man hierzulande schon einmal, und zwar in jenem Jahrzehnt, das dem Jahr 1933 vorausging, demonstriert hat.

Während der tatsächliche Nutzen des Kopfnoten-Salats in Zeugnissen wohl auf eher kurzen Beinen daher kommt, erfüllt er einen Zweck auf jeden Fall - nämlich den eines Instruments zu Haltungs- und Herkunftsselektion. Und zwar einer Selektion, die sich nicht an der Leistung des Schülers orientiert - diese ist ja bereits durch die übliche Benotung voll abgedeckt. Doch offenbar gibt es aber nicht genug genügend intelligenten Elitennachwuchs (was bei den derzeitigen Eliten auch nicht sonderlich wundert...) - und die Übrigen - für die Arbeitlosenorganisationen inzwischen den absolut zutreffenden Namen "die Überflüssigen" prägten - sollen ja nun gerade von den Fleischtöpfen fern gehalten werden. Sie erkennen - ohne Frischzellenkur aus der Fremde geht es hier einfach nicht weiter...

Die sich abzeichnenden Gesamtkonturen sind im Übrigen auch verfassungsfremd - aber wen interessiert das noch - es hindert sie zumindest nicht daran, bereits Gesetz zu sein und praktiziert zu werden. Nach der von unserer Verfassung gewollten Gesellschaftskonstruktion stellt sich das Phänomen so dar: Ein Arbeitgeber erwirbt für den Lohn, den er mir zahlt, lediglich Anspruch auf meine Arbeitsleistung und sonst gar nichts. Weder hat er irgendeinen Anspruch darauf, wie oder was ich denke, noch auf das, was ich in meiner Freizeit treibe.

Dies ist nach dem Grundgesetz vor allem in den Artikeln 4 und 5 genau so festgelegt. Das Gleiche gilt im Bildungswesen: Gesellschaftlich gewollt in der Bildung kann es bestenfalls sein, die leistungsstarken Individuen aufzuspüren - und nichts anderes. Informationen zu Haltung und Verhalten haben so lange nichts in staatlich erhobenen Daten über Menschen verloren, wie diese sich innerhalb des geltenden Regelsystems bewegen - sprich: nicht kriminell werden. Das sehen übrigens erste Hartz-Behörden in Hamburg offenbar anders - sie sammeln munter alle möglichen Daten aus höchst persönlichen Bereichen ihrer Schützlinge - natürlich nur: damit man sie "besser" vermitteln kann. Wie war das noch gleich bei Rotkäppchen? Hier hilft nur noch die Bitte an die Band: bitte den Narrhalla-Marsch!

Dabei ist die Rolle-Rückwärts bei den Kopfnoten bei weitem nicht das einzige Mittel, mit dem offenbar von gewisser Seite her Einfluss auf unser Bildungswesen genommen werden soll, welches übrigens seit der Zeit des dicken Kanzlers wie von "Geisterhand" bewegt im internationalen Vergleich von einem der besten Plätze auf die hinteren abstürzte. Die eingeführten Studiengebühren zielen hier ebenfalls in dieselbe Richtung. Auch die - in anderen Länder ebenfalls vorkommenden - "Elite-Unis" erhalten angesichts des hiesigen Gesamtumfelds einen höchst üblen Beigeschmack - denn wie in Verbindung mit Kopfnoten, Studiengebühren und den ersten Skandalen über Professoren-Selbstbedienung in diesem Umfeld deutlich wird, geht es hier ja wohl nicht wirklich darum, die Leistung im Bildungssystem zu verbessern.

Zudem: Wer die Leistung unseres Bildungssystems wirklich erhöhen wollte, müsste sich eigentlich vom dreigliedrigen Schulsystem noch aus Kaisers Zeiten längst verabschiedet haben. Dessen Untauglichkeit ist inzwischen erwiesen - keiner der Pisa-Spitzenreiter verfügt über ein derart verstaubtes System, welches noch auf Feudalzeiten zurück geht. Die parteipolitische Zuordnung all diesen Widersinnes kann ich mir so langsam ersparen - oder? Sie wissen schon, die absurdistanische Prachtpartei...

Zurück zum aktuellen Fachkräftemangel - der Exkurs war notwendig, denn beide Felder Arbeitsmarkt und Bildung sind wesentlich enger miteinander vernetzt, als viele glauben. Zusammen nämlich bilden sie die entscheidenden Faktoren schlechthin, die das Leben von Menschen in unserer Gesellschaft mehr prägen als alle Anderen sonst. Die Bildung bestimmt weitgehend, wieviel ein Individuum zu "erkennen" imstande ist - der Arbeitsmarkt bestimmt nach der Schule dann ganz konkret den Rest seines gesamten Lebens.

Versetzt man sich für den Moment einmal in eine derart langfristige Perspektive - was in unser auf Kurzzeithektik getrimmten Zeit nicht ganz einfach ist - lichtet sich plötztlich der Schleier über diesem höchst merkwürdige Phänomen auf unserem Arbeitsmarkt: sie erinnern sich - kein anderes Land der EU gönnt sich den Luxus, einen erheblichen Teil seiner erfahrenen Arbeitnehmer zwischen im Alter zwischen 40 und 60 derart nachhaltig vom Arbeitsmarkt auszugrenzen, wie dies in Absurdistan der Fall ist.

Der Grund für die damalige - heute offenbar als "Betriebsunfall" eingestufte - Gestaltung der gesellschaftlichen Steuerungmechanismen indes ist nicht schwer zu finden. Diese Generationen wuchsen nämlich deswegen in einer relativ ungestörten demokratischen Gesellschaft auf, weil Eingriffe der heutigen Art seinerzeit schlicht nicht opportun waren. Schließlich lauterte die "Kommunistische Gefahr" an den Grenzen. So wuchs eine Generation heran, die mit Begriffen wie Recht, Freiheit und Solidarität etwas anzufangen wussten (auch weil man es ihnen eingetrichtert hatte) und über viele Jahre erbrachten sie offenbar gute Leistungen - wie sonst hätte sich unser Land an der Weltspitze halten können?

Und heute plötzlich kann unsere Gesellschaft auf diese Menschen und ihre Leistungen und Erfahrungen verzichten? Pötzlich sind sie zu dumm zu Allem - und zwar in einem Ausmaß, dass sich weder ihre Weiterbildung noch ihre Einarbeitung überhaupt noch lohnt? Und ganz besonders scheint es sich nicht zu lohnen, sie an einen ordentlichen Arbeitsplatz zu lassen. Denn sie wären dann ja wieder weniger erpressbar! Interessanterweise gibt es noch ein weiteres Indiz: Ganz "Alte" - also Leute weit über 60 - scheinen auf einmal wieder "brauchbar" - denn man reaktiviert inzwischen durchaus gerne mal "Rentner" - reporten uns wenigstens unsere Bertelsmann-Vordenker. Verwirrend - denn diese scheinen keineswegs so "unpassend" für unseren "modernen" Arbeitsmarkt (Nebennutzen: die Rente mit 70 muss ja bald auch noch durch - und hierfür braucht man händeringend Argumente...)

Logisch passt diese ganze Unsinn überhaupt nur noch zusammen, wenn wir hier von den Bedürfnissen verdeckter Strukturen ausgehen. Zum Beispiel: Seilschaften, Studentenverbindungen, Karriere-Clubs - auf Neusprech: Netzwerke. Dann nämlich dürfte es sich bei den "Reaktivierten" genau um solche Personen handeln, die solchen Strukturen bereits als in ihrem Sinne "zuverlässig" bekannt sind - und die ihre Kindheit noch in scheinbar "richtiger" geprägten Umfeldern zubrachten. Netzwerke werden in den Medien stets als harmloses Zeichen der Zeit bewertet - klar aber ist: Netzwerke haben immer gesellschaftsschädigenden Charakter - logisch unwiederlegbar behindern sie gesellschaftliche Optimierung - und um legitimierte Strukturen handelt es sich auch nicht.

Und nun wird auf einmal ganz klar, wieso es so dringend der Fachkräfte aus dem Ausland bedarf - sonst nämlich müsste man wieder mehr Menschen aus den - offenbar fehlgeprägten - Generationen einstellen, ihnen Zugang zu Schlüsselpositionen und möglicherweise gar nicht so erwünschte Einblicke gewähren, obwohl sie bekanntermaßen nicht den Kriterien zur obwaltenden "Verhaltensselektion" oder "Herkunftsselektion" entsprechen - denn die eher wenigen aus diesen Generationen, die das tun, sitzen ja längst "im Boot".

Nimmt man nun die aktuellen Entgleisungen auf beiden Feldern zusammen, offenbart sich ein einigermaßen erschreckendes Bild - Offenbar arbeiten hier "gewisse Eliten" hinter den Kulissen daran, sich hier einen ebenso unlegitimierten wie vollständigen Einfluss auf das komplette Schicksal von Menschen zu verschaffen. Wie im finstersten Mittelalter scheint hier wieder einmal - und das unterschwelllig - die vollständig lenkbare Gesellschaft angestrebt zu werden.

Alarmierend daran ist vor allem - hier scheinen höchst langfristig angelegte Prozesse am Werk, mithin können Sie all das Gesülz um Wirtschaftsleistung, Globalisierung etc. vergessen. Nicht weniger erschreckend auch, wogegen sich diese Prozesse richten. Was hier nämlich fortwährendem Angriff ausgesetzt scheint, sind nicht mehr und nicht weniger als unsere moderne Gesellschaft und der noch verbliebende Rest von Demokratie. Die überaus wichtigen Strukturen auf den Arbeitsmärkten und im Bildungswesen werden dahingehend deformiert, den dauerhaften Grundstein dafür zu legen, eher kritische, frei denkende und selbstbestimmt handelnde Individuen nach Belieben aus allen wichtigen Positionen heraus zu drängen.

Im Verborgenen schließt sich ein Kreis - denn das Einzige, was hier Abhilfe schaffen könnte, wäre die Politik. Doch diese ist handlungsunfähig - zumindest gemessen an ihrer eigentlichen gesellschaftlichen Aufgabe. Unsere Politik in Absurdistan ist heute überwiegend von folgendem Merkmal geprägt: ein höchst merkwürdig konstruiertes politisches System resultiert darin, dass lange schon einfach an der Bevölkerung vorbei regiert wird. Und dies offenbar ohne Rücksicht auf Verluste, wie es uns die SPD nun schon seit Jahren vorlebt - die sich derzeit ganz offensichtlich vorgenommen hat, zur ältesten Splitter-Partei Deutschlands zu werden.

So verschieden die Parteien nach außen auch scheinen (dieser Schein ist dann auch der einzige Unterschied...) mögen: In einem Aspekt sind sich alle einig und alle scheuen sie ihn wie der Teufel das Weihwasser: direkte Demokratie! Diese wird bis auf das Äußerste bekämpft. Abgeordnete aber trauen sich indes zur Verteidigung ihrer für jeden erkennbar hoch bedenklichen "Nebenjobs" sogar vor das Verfassungsgericht - und dieses bringt mal gerade noch ein 4:4 Urteil zustande. Unser Grundgesetz will man ja sowieso - und nun wird es im Gesamtzusammenhang richtig brisant - obwohl in ihm selbst anders vorgeschrieben, allein mit dem Votum von unseren paar Abgeordneten mittels eines obskuren "EU-Verfassungsvertrages" dauerhaft aushebeln.

Dabei gehen die Protagonisten keineswegs zimperlich vor - Deutschen, Franzosen und anderen erklärt man, wer hier Widerstand übe, gefährde die Europäische Einheit. Hierzulande tut man so, als gäbe es keine Alternative zur Ratifizierung dieses ach so wichtigen EU-Verfassungsvertrages. Zugleich aber gibt man sich - wohl in der Hoffnung, das Volk hier werde dies schon nicht "merken" - äußerst großzügig mit Großbritannien. Denn die Eliten dort wollen gleich überhaupt keine Verfassung - nicht mal eine solch labberige, wie der EU-Vertrag sie darstellt. So sehr wichtig also scheint das Verfassungsgebrassel im europäischen Konzert offenbar nun auch wieder nicht zu sein - oder wie soll man dies verstehen?

Sie sehen, man fühlt es nicht nur - es gibt auch klare Beweise, dass es hier nicht mehr mit rechten Dingen zugehen kann. Natürlich werden nicht alle Mitglieder politischer Parteien zum engeren Kreis der hier ganz offensichtlich am Werke befindlichen Strukturen zählen - es dürfte sich wohl eher um jeweils kleine Gruppen handeln. Da ihre "Verbindungen" denjenigen aber jederzeit Zugang zu Geld und Medien in beliebigem Ausmaß garantieren, werden diese sich im innerparteilichen Wettbewerb relativ plan- und vorhersehbar durchsetzen. Eine frappierend elegante Erklärung dafür, wieso die absurdistanische Politik-Landschaft ihren Wählern länger schon nur noch die bloße Wahl zwischen unterschiedlichen Übeln anbietet - und nebenbei auch dafür, wieso in allen Parteien zielführende Programmarbeit für eine echte Modernisierung unserer Gesellschaft auch länger schon nicht mehr gesichtet wurde.

Fassen wir zusammen - es gibt eine beträchtliche Zahl an Indizien dafür, dass hinter den für uns sichtbaren Kulissen obskure Pläne von irgendwelchen nicht legitimierten Gruppen und Seilschaften verfolgt werden - und dies allerdings auffallend langfristig und bestens koordiniert. Für so langfristig ablaufende Prozesse, die im Resultat zu großen Wandlungen führen gibt es einen Namen: Transformation! Und in der Tat scheint dieser Begriff bei etlichen Polit-Technokraten recht beliebt - nicht zuletzt u.a. auch bei Ex-Bundeskanzler Schröder. Doch man muss sich einen Moment mal vorstellen, was dies in Wahrheit bedeutet: Transformation! Was bitteschön soll es denn da an unserer recht ordentlich demokratisch verfassten Gesellschaft so arg viel zu "transformieren" geben? Und wenn - wohin dann bitte soll die Reise gehen?

Alarmieren muss dabei: Neu sind derartige Prozesse keineswegs. Schon einmal fand ein vergleichbarer Prozess - und dies gewiss nicht zufällig - in Deutschland statt. Und zwar ab dem Beginn der 1920er Jahre bis zur völligen Machtergreifung des Irrsinns 1932/33. Dies sind immerhin 12 Jahre - und es ging aufgrund der damals noch verbreiteteren deutschen Tugenden - vor allem dem Duckmäusertum recht flott. Die "Transformatoren" damals hatten aber auch leichtes Spiel. Die Weimarer Demokratie war in weiten Kreisen der Bevölkerung nicht einmal richtig angekommen. Historisch nachweisbar ist, dass es - lange bevor die Nazis ein ernst zu nehmender politischer Faktor wurden - Andere waren, die ihnen in wichtigen Bereichen die Wege plätteten. Und dies, bevor die breite Masse auch nur ahnen konnte, wohin die Wege einmal führen sollten. Vergessen wollen wir aber nicht, dass neben Granden der Industrie, der Medien und Teilen des Geld- und Blutadels auch Parteien, wie die DVP und das Zentrum - hier nach Kräften mitwirkten. Sogar der Zustand der SPD war in etwa vergleichbar...

Hiermit erhebt sich die Frage, wie kann sich eine Gesellschaft - wie kann sich unsere Gesellschaft diesmal gegen Deratiges zur Wehr setzen? Die häppchenweise Außerkraft-Setzung unserer Verfassung jedenfalls - wie Innenminister Schäuble ungeachtet aller Kritik sie besonders auf dem Gebiet der in diesem Zusammenhang so wichtigen Bürgerrechte betreibt - muss aufhorchen lassen. Denn historisch unumstößlicher Fakt bleibt, dass die Weimarer Demokratie genau auf einem solchen Weg des Durchhangelns von einem zum anderen scheinbaren Sachzwang letztlich salamitaktikmäßig ausgehebelt und schließlich beseitigt wurde.

Das Gegenrezept indes ist lange bekannt und überraschend einfach - wenn es auch dem durchschnittlichen RTL-Zuseher nicht mehr so präsent ist, weil der grade von irgendwelchen belanglosen Prommi-Schicksalen bewegt ist.. Um eine freie Gesellschaft und Demokratie muss man sich kümmern - tut man dies nicht, verwahrlosen diese wichtigen Errungenschaften menschlicher Geschichte und ihre Gegensätze Turbo-Kapitalismus, Mega-Milliardäre, Feudalismus und Totalitarismus ergreifen zunehmend Besitz von den Gesellschaften. Hiermit bedarf es anhaltender Hygiene in allen wichtigen gesellschaftlichen Strukturen. Deformierte, nicht zweckmäßige oder völlig irre geleitete Strukturen dürfen sich gar nicht erst verstetigen - auch wenn sie anfangs nur Teile der Gesellschaft betreffen, muss hier immer gelten: Wehret den Anfängen - denn solche Strukturen leisten nur immer Eines: sie vermehren sich von selbst.

Die strukturelle Sichtweise hat einen entscheidenden Vorteil: nämlich jenen, dass solche Strukturen im Gegensatz zu Personen oder Ideologien stets eindeutig identifizierbar sind - wie z.B. die Sanktionsbestimmungen in den Hartz-Gesetzen. Ihre Abschaffung tut keinem Menschen weh - und logisch sind sie sowieso unhaltbar, wie die wenigen noch kritischen Polit-Magazine des Landes fortwährend enthüllen. Hartz-Sanktionen werden inzwischen hunderttausendfach ausgesprochen - zumeist für marginale Belanglosigkeiten oder gleich auf völlig absurder Basis (wie hier an einem Beispiel nachgewiesen...)

Auch wenn es vorerst "nur" Einige sind, die hier betroffen sind - dies sind Zustände, die nicht hinnehmbar sind. Bürger wie Wähler müssen ihre Toleranzschwelle gegenüber Unvernunft wohl schleunigst um einige Größenordnungen sensibler justieren - solange noch Zeit dazu ist. Und dies nicht im Interesse der Hartzlinge oder irgendeiner sonstigen Gruppe, sondern ganz in wohl verstandenem Eigen- und Allgemeininteresse. Bürger dürfen sich von Niemandem einreden lassen, dass Grundgesetz, Grundrechte und Menschenrechte überholte, überflüssigen Zöpfe aus alten Zeiten seien. Sie dürfen sich auch nicht angesichts eher abstrakter denn realer Gefahren (der alltägliche Straßenverkehr ist weltweit zig-fach gefährlicher als Terrorismus...) dazu verleiten lassen, diese wichtigen Grundlagen einer Gesellschaft einfach aufzugeben. Wie das deutsche Volk schon einmal lernen durfte, sind diese nämlich das Mark unseres Lebens in einer demokratischen und modernen Gesellschaft und Angelpunkt eines unveräußerbaren Respekts gegenüber Menschenrechten. "Experimente" jeglicher Art am Rande von Legalität und Legitimität dürfen Wähler und Bürger hier den Politikern nicht durchgehen lassen - und solche gibt es zuhauf:

Unsere Politik nämlich führt inzwischen wieder Kriege, die kaum Jemand will, privatisiert öffentliches Eigentum, was den meisten nicht Recht ist, enthält uns Mindestlohn vor, den es in EU überall sonst gibt, holt angeblich Hochqualifizierte Zuwanderer ins Land, die keiner braucht, überzieht die Bürger mit Orwellartigen Strukturen, die niemand, der noch bei Trost ist, wollen kann und vieles mehr... So langsam wird es höchste Zeit, dass der Souverän des Landes sich deutlich und vernehmbar zu Wort meldet. Dass die Glatzen in Mügeln bei weitem nicht das einzige - und auch nicht das größte - Problem auf dem rechten Flügel der hiesigen Gesellschaft sind, sollte spätestens nach der Oettinger-Rede deutlich geworden sein. Die Prozesse sind eher vielgestaltig und deswegen auch schwierig zu verfolgen. Ein Beispiel noch: vor kurzer Zeit erst gab es ein Novum in der absurdistanischen Rechtssprechung - ein Gericht "verbot" mal so eben einen seitens der Lokführer-Gewerkschaft GdL geplanten Streik, was inzwischen selbst Juristen zweifeln lässt, ob hier in Absurdistan noch alles mit rechten Dingen zugeht.

Angesichts das Vorangegangenen muss allerdings dieses Links hier zu den Dossiers des Nachrichtenmagazins Spiegel nun wirklich hellwach machen - erfahrene Spiegel-Leser wissen ja, was da gemeint ist, wenn hier von einer Blockade von Reformen durch manche förderalistische Eigenart unserer Verfassung die Rede ist. Dass nun gerade durch nichts legitimierte Wirtschaftsführer, wie der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, oder der ehemalige BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel hier als Zeugen für Änderungsbedarf angeführt werden, muss bei normalen Bürgern das schiere Entsetzen hervorrufen - und wäre fast einen neuerlichen Narhalla-Marsch wert. Wie deren Ruf nach einem neuen Verfassungskonvent zu verstehen ist, sollte nun langsam Jedem klar sein. Fast mag man fragen: Haben wir hier irgendetwas verpasst - haben wir etwa schon wieder einen Krieg verloren?

Anders als 1948 - wo es nur um die auch formelle Aufgabe des sowieso unbrauchbaren und perversen 3. Reiches ging - hat das Volk hier diesmal wirklich etwas zu verlieren, wie der schwabbelige EU-Verfasssungsvertrag - ebenfalls erzeugt von Eliten - längst vor Augen geführt hat. Kein Land der Welt braucht eine Verfassung mit der Botschaft: "Im Zweifelsfall für die Mächtigen". Denn zum Einen hatten wir schon eine solche - angeblich ausgelegt für 1.000 Jahre - und zum Anderen würde die nichts, als nur eine nahtlose Kette von Zweifelsfällen hervorrufen. Grade heute braucht es eine Verfassung mit auch von Wirtschafts- und Parteienmacht unangreifbaren Bürgerrechten - Macht gehört grundsätzlich begrenzt und nicht erweitert - das wäre nebenbei auch der beste Schutz vor Rückfällen in die Geschichte. Das deutsche Volk wäre gut beraten, sich von seinen Eliten nur dann eine Neue Verfassung "aufschwatzen" zu lassen, wenn diese - und zwar allein aus Sicht des Volkes - besser ist, als die Alte...

Und hier muss dem Volke - als amtierenden Souverän - Mitsprache eingeräumt werden. Was es hier am allerwenigsten braucht, ist ein neuerlicher Elite-Konvent ala Herren-Chiemsee! Der im Berliner Reichstag bereits tagende Dauerkonvent sollte da vollumfänglich langen. Wenn es eine neue Verfassung in Deutschland geben soll, so ist in Artikel 146 unseres Grundgesetztes der einzige Weg dorthin festgelegt - und der lautet: "Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist." Von den Herren Henkel, Ackermann, Hundt, etc. oder irgendwelchen Professoren, Partei- und Kirchenfürsten steht da NICHTS. Hier entscheidet allein der amtierende Souverän: das Volk - und das sind alle Deutschen. Ob es den Herren und Damen Elitären nun schmeckt oder nicht...


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