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Ende der Unschuld PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Jürgen Scheffler   
Sonntag, 6. August 2006
Beitragsinhalt
Ende der Unschuld
2: Das Inferno
3: Warum?
4: Obskure Umstände
5: Nagasaki
6: Resultate
7: Die Frage nach dem Warum
8: Fazit

Fazit


Nach Jahrzehnten den moralischen Zeigefinger in die Wunden vergangener Epochen zu legen, mag wohlfeil erscheinen. Doch kann dies nicht die Frage nach dem Menschenbild der Mächtigen jener Zeit beiseite schieben - dies allein deswegen schon nicht, weil man sich gerade heute keinesfalls sicher sein kann, dass sich daran wirklich viel geändert hätte.


Wenn die zusammen rund ein halbe Million Menschen von Hiroshima und Nagasaki nicht vergebens ihr Leben gelassen haben sollen, dann geht es vor allem darum, den Menschen in unseren heutigen angeblichen Demokratien eines klar zu machen: die menschliche Zerstörungskraft hat ein Ausmaß erreicht, welches weder politischen Dilettantismus noch regierungsamtliche Geheimniskrämerei auf Dauer verzeihen wird.

Hollywood verarbeitete das Ganze auf seine Weise - Opfer fanden kaum statt

 

 

Wenn denn George W. Bush, der inzwischen 43. Präsident der USA, schon so gerne nach den wahren Erfindern modernen Terrors sucht, so sollte er unbedingt mal etwas eingehender in den ihm - und nicht der Öffentlichkeit - zugänglichen Geheimakten seiner Vorgänger stöbern. Was denn - wenn nicht Terror - ist es, wenn man Hunderttausende von Zivilisten hin schlachtet, nur um eine neue Waffe "auszuprobieren"? Hatte man denn nicht schon aus dem jahrelangen Dauerbombardement Deutschlands längst gelernt, dass solcherlei Akte der Barbarei einem straff organisierten Regime das Rückgrat nicht brechen, sondern es eher noch stärken? Eigentlich müsste es dem bekennenden "Christen" Bush heute noch eiskalt den Rücken her unterlaufen angesichts des Namens "Trinity" für den ersten Atombombentest, was auch Dreifaltigkeit bedeutet und damit auf eine der Grundlagen christlichen Glaubens hinweist. Auch wenn dies von den Bombenvätern dem Vernehmen nach nicht beabsichtigt war, wurde die Hiroshima-Bombe deswegen in Japan auch die "christliche Bombe" genannt.

 

Diese Briefmarke (1998) von den durch Atombombentest verwüsteten Marshall-Inseln kommt der Wahrheit näher

 

All das Vorangegangene zeigt mehr als deutlich: Hiroshima und Nagasaki waren keine Naturkatastrophen - sie waren menschgemacht und menschgewollt - und folglich sind es auch Menschen, die ihre unauslöschliche Schuld daran tragen. Allein der glimpfliche Ausgang des atomaren Wettrüstens und die Tatsache, dass über Nagasaki zum bislang letzten Mal diese verheerende Waffe gegen Menschen eingesetzt wurde, spenden noch einen Funken Hoffnung auf einen letzten Rest Vernunft in den Hirnen der Menschen und der von ihnen erkorenen oder geduldeten "Mächtigen".


 

Schaut man in diesen Tagen zu Atommächten wie USA, Nordkorea, Israel, Indien, Pakistan oder demnächst vielleicht auch noch zu Iran, ist ernste Sorge um diesen Funken wohl durchaus angebracht. Von dem unter geradezu chaotischen Verhältnissen frei liegenden Nuklear-Potential der ehemaligen Sowjetunion ganz zu schweigen. Ob und Wer als nächstes von der infernalischen Zerstörungskraft Gebrauch machen wird, ist nicht vorhersehbar - vorhersehbar aber ist, dass wieder nicht die wahren Schuldigen sondern - wie fast immer - unbeteiligte einfache Menschen die Leidtragenden sein werden.

Das Atombomben-Museum in Hiroshima - damals und heute

Dass der Miltärhegemon USA im Verein mit diesen anderen Mächten genannt wird, hat einen Grund. Wenn es dieser Nation nicht bald einmal gelingt, ihre eigene Vergangenheit aufzuarbeiten, könnte genau diese lange Schatten in unser aller Zukunft werfen. So gesehen kann man Hiroshima wohl wirklich als das Ende der Unschuld einer ganzen Nation verorten. Möglicherweise markieren die Vorgänge um das Manhattan-Projekt aber auch den Anfang obskurer Staat-im-Staat-Strukturen dort, die bis heute fort wirken.

Schier unfassbar: 50 Jahre danach gab es in den USA das Vorhaben, eine Briefmarke zum Gedenken an Hiroshima herauszugeben. Allerdings in einer ohne Umschweife pervers zu nennenden Interpretation: Der Atompilz quasi als Katalysator eines menschenfreundlichen Kriegsendes - und es erhebt sich die Frage, ob nationalistische Engstirnigkeit und Verhöhnung von Opfern noch steigerbar sein kann. Aufgrund massiver diplomatischer Intervention Japans verschwand dieses Vorhaben in der Versenkung. Der Wahrheit wäre die oben abgebildete Marke der von Atombombentests geplagten Marshall-Inseln aus dem Jahre 1998 ohnehin viel näher gekommen.

Fast 60 Millionen Menschen ließen in den sechs Jahren des Zweiten Weltkriegs ihr Leben. Welchen Sinn außer jenem, von der Geschichte zu lernen, könnte dies wohl haben? Hiervon ist in weiten Teilen der heutigen USA wenig und in regierungsamtlichen Stellen gar nichts festzustellen. Im Gegenteil: der heute propagierte High-Tech-Krieg minimiert militärische und maximiert zivile Verluste - und man ist sogar noch stolz darauf. So kann wohl nur ein Volk empfinden, dass noch nie in seiner Geschichte die Auswirkungen dieser Haltung am eigenen Leibe zu spüren bekommen hat. Und diese Nation mit ihrer fragwürdigen Demokratie sitzt an den Kontrollhebeln der gewaltigsten Militärmaschine aller Zeiten - der von ihm gewählte Präsident wirbt derzeit bereits wieder für einen Waffengang gegen ein 70 Millionen Volk.


 ENDE DES ARTIKELS




 

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