Mittwoch, 23. Januar 2019

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Titanic in Wiesbaden... PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Jürgen Scheffler   
Montag, 3. November 2008

In die Geschichte der SPD wird der 3. November 2008 noch als rabenschwarzer Tag eingehen. Was mit der SPD los ist, hatten wir auf CogitoSum bereits seit Längerem erörtert (...zuletzt in der Haifischbucht). Unsere Prognose von damals ist eingetreten. Die SPD hat ihr katastrophal mieses Bayern-Ergebnis von 2003 abermals zu unterlaufen vermocht, obwohl die Linken - in Bayern noch nicht so ganz angekommen - mit 4,4% den Einzug ins Maximillaneum knappt verfehlten. Wie bei der SPD üblich, hinderte das den inzwischen bestätigten Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier nicht daran, öffentlich und ungefragt den Schwur zu abzulegen, dass es mit der Linkspartei auf Bundesebene keine wie auch immer geartete Zusammenarbeit geben werde. Da muss sich der Wähler eigentlich schon fragen, warum er überhaupt noch zur Wahl gehen soll. Was bitte, gedenkt Herr Steinmeier denn bloß zu tun, wenn „der Bürger“ in der Summe GENAU diese Zusammenarbeit will, wie es bereits - wir wollen nicht nachtragend sein aber Fakten bleiben nun mal Fakten - 2005 schon der Fall war und im Krisenjahr 2009 noch bei weitem heftiger kommen könnte? Die Chancen stehen ziemlich gut, dass Steinmeier sein voreiliger Schwur (wer hat ihn eigentlich zu dieser grandiosen Dummheit genötigt?....) noch mindestens so feste auf die Füsse fallen wird, wie es das bei Kollegin Ypsilanti in Hessen bereits seit März der Fall ist.

Angefeuert durch unsere selbst eigentlich nicht wahlberechtigten Medien, mobbte man in der SPD erst brav den Kurt Beck weg, obwohl er zu der selten gewordenen Spezies Politiker in der SPD zählt, die überhaupt noch Stimmenzugewinne zustande bringt. Jetzt nun ist diese Irrsinnspartei dabei, ein weiteres und damit das vorläufig letzte Exemplar dieser Gattung in ihren Reihen auf den Grillspieß zu schieben. Der farb- und offenbar auch charakterlose Noch-Fraktionschef Jürgen Walter hat seiner Chefin Ypsilanti heute unter Mitwirkung zweier grauer Mäuschen und der halbprominenten Dagmar Metzger endgültig den Dolch in den Rücken gerammt. Na - wenn das sich nicht mal für den einen oder anderen so richtig gelohnt hat. Leistung eben - und die soll sich bekanntlich ja nun mal lohnen. Am besten macht die SPD ihn und diese merkwürdige Truppe zur Spitzenmannschaft bei der Neuwahl... dann erst nämlich wäre garantiert, dass Kinderoberaufseher und Elitefan Roland Koch sein unseliges Treiben in Hessen fortsetzen kann. Schließlich leben wir ja in einer Konsens-Demokratie. Und Konsens ist in Absurdistan u.a. nicht nur, dass Arme immer ärmer und Reiche immer reicher werden, sondern zusätzlich, dass Arme anscheinend auch nicht mehr wählen dürfen...

Nicht, dass man sie ausschlösse oder es ihnen gar verbieten würde. Um Himmels Willen - Nein. Da geht man heute im Zeitalter des Konsenses subtiler und - ja, auch das gehört gesagt - vor allem mit Mitteln vor, die diverse Leute an den Rand des Knastes und darüber hinaus bringen würden, wenn da jemals die volle Wahrheit wirklich ans Licht käme. Im Absurdistan von heute regelt man das mit dem Wählen der Armen folgendermaßen... Man betrachtet einfach die Partei, die von ihnen gewählt wurde, als eine Art „Lepra-Partei“... Jeder weiß, es gibt sie, aber keiner möchte etwas mit ihr zu tun haben. In etwa vielleicht so wie „DSDS“ oder „Hilfe, ich bin ein Politiker - Holt mich hier aus...“ wird die Wahlentscheidung von Bürgern zweiter Klasse anscheinend eher als verlängerte Staffel zu „Germany's next Top(f)modell“ betrachtet, keinesfalls aber als politische Willensäußerung mündiger Bürger. Eher eben - passend zu deren Wählern - eine Wahlentscheidung „zweiter Klasse“.

Doch so sehr ich mich mühe, ich finde keinen Punkt in unserer gegenwärtigen Politik, wo SPD (falls sie es vergessen haben: S steht für sozial...) noch für irgendein nennenswertes Politikresiduum steht, das ihre Existenz als große Partei rechtfertigen würde. Entsetzlicherweise war es diese Partei, die uns alles beschert hat, was uns so dringend gefehlt hat: Kampfeinsätze im Ausland, Freiheit für Hedgefonts und Unternehmensverhökerei, Durchbruch der postmodernen Errungenschaft Zeitarbeit (Clement sei dank...), Hartz-Gesetze zur Schaffung Bürger zweiter Klasse, Verschleuderung öffentlichen Eigentums... u.v.m Vermutlich hätte das in großen Teilen noch nicht einmal die CDU so toll hinbekommen. Ah - da fällt mir ein: einen Punkt gibt es (fragt sich nur wie lange...) noch: Einsätze der Bundeswehr im Inneren. Ja - da hatte die SPD - nachdem die FDP bereits öffentlich ihr Nein signalisierte - sich doch tatsächlich mutig und ohne Zögern aufs Trittbrett geschwungen.

Ansonsten? Fehlanzeige auf weiter Feld und Flur. Ullalla Schmidt verzockt sich im Gesundheitsfond. Steinbrück ohne Schutzkäfig mitten im Haifischbecken. Tiefensee legt schon mal Tauchausrüstung an. Keine Mindestlöhne. Kein sozialer Aufbruch nach dem beginnenden Zusammenbruch des Finanzwesens. Kein Politikwandel in Deutschland. Das vorhersehbare Ergo: 2009 auch keine Wählerstimmen. So schaut es aus für die SPD. Und selbst wenn es ihre „geheime“ Erfolgs-Strategie sein sollte, sich in etwa auf den Umfang des Seeheimer Kreises zurecht(s) zu schrumpfen (Für diesen Fall schon mal vorsorglich eine Warnung an die Wähler: Nicht überall wo SPD drauf steht - muss auch immer SPD drin sein): Eine Partei, die nicht einmal mehr dieses bisschen Überlebenswillen und Solidarität zustande bringt, ihre wählerwirksamsten Kandidaten zu unterstützen - ja, sie stattdessen sogar öffentlich demontiert - zugleich aber Figuren wie Clement immer noch in ihren Reihen hat, nährt massivste Zweifel an ihrer Existenzberechtigung. "But your heart will go on...".

 

 

 

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