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Nun denn... Auf in den Kampf! PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Jürgen Scheffler   
Freitag, 22. Mai 2009

Wieder einmal nähern wir uns dem deutschen Bundestags-Wahlkampf. Stresszeit pur für die hiesigen Eliten, gilt es doch erneut, eine strukturelle linke Mehrheit vom Regieren fernzuhalten. Dies aber wird schwierig - denn eine Neuauflage der großen Koalition wirkt nicht wirklich sexy. Der Wähler wollte sie schon 2005 nicht und zwischenzeitlich schien des Häufigeren - auch die Koalitionäre nicht. Beide Großkoalitionäre sind inzwischen beachtlich zur Ader gelassen – eine Neuauflage würde die Erosion der großen Parteien nur noch weiter beschleunigen. Aber auch aus Sicht des Durchschnittsbürgers stellt sich die Bilanz dieser Regierung verheerend dar, wenn er denn mal die rosarote Mediebrille für einen Moment beiseite legt. Auf ausnahmslos keinem wichtigen Poltikfeld sind nennenswerte Erfolge vorzuweisen – Infrastruktur, Forschung, Bildung, Sozialsysteme und Breitenwohlstand zerfallen hierzulande schneller als anderswo in vergleichbaren Staaten, obwohl man dort dem Niedergang des Turbo-Kapitalismus nicht weniger ausgesetzt ist. Das Modell unserer Verbands- und Klüngelrepublik beginnt nach 60 Jahren Grundgesetz sich als Auslaufmodell zu outen: nicht mehr tragfähig, zu verkrustet – unfähig zu struktureller Erneuerung. Was niemand offen ausspricht: der deutsche Sonderweg als Export-Weltmeister-Kombinat ist gescheitert. Die alte Binsenweisheit: „Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not...“ ist erkennbar nicht nur völlig ungeeignet für den Kapitalismus – sie enttarnt sich zudem als gigantischer Betrug. Denn während man dem Volk unter ständigem Vorhalten der hierzulande ja so wichtigen „Sicherheitswurst“ genau diesen Unsinn predigte, drehte man im Hinterzimmer selbst mit am großen Casino-Rad. Nun ist die Bank abgeräumt – und was immer auch gespart worden sein mag, ist schlicht „mit weg“. Hierüber wird anlässlich der kommenden Bundestagswahl die Bevölkerung zu täuschen sein – denn sonst kann die Mehrzahl unserer Abgeordneten gleich an der Reißleine ihrer vergoldeten Fallschirme ziehen, die man als Dank für grenzenlose Gefälligkeitspolitik zugunsten der Eliten einheimsen konnte. Alles was noch davon abhält, ist die Hoffnung auf neuerliche Täuschung oder das Abtauchen des ganzens Schlamassels im noch größeren Chaos EU, die nicht einmal über ein wirksames Parlament verfügt. Und so gibt man in Kreisen der Fallschirmbesitzer denn auch vor, in Inbrunst - fast schon religiös – an das „Aufschwungswunder“ zu glauben, ohne nachvollziehbar erklären zu können, woher dieses Wunder denn wohl kommen könnte. Darüber hinaus wird sich in Blätterwald und Talkshow-Dschungel wieder das übliche babylonische Sprechgewirr aus vor allem um Nichtigkeiten und Nebensächlichkeiten geführten Diskussionen auftun. Wichtig bei dem bizarren Schauspiel scheint allein, dass jedes wirklich heikle Thema so weitläufig wie nur möglich umschifft wird. Nun - tun wir es hier einfach mal. Treten wir beherzt auf diesen Schleier, unter dessen Tarnung sich so etliche Gespenster zwar weitgehend geräuschlos aber keineswegs nebeneinkunftslos durch unsere Gesellschaft bewegen.

Lassen wir das ohnehin überflüssige Gesülze um irgendwelche Nebensächlichkeiten mal völlig beiseite – und wenden uns der Kernschmelze zu. Zur Eröffnung eine ganz einfache Frage: Woher stammt der überbordende Reichtum all der Superreichen auch hierzulande? Hat er etwa mit einer besonders werthaltigen Arbeit oder sonst irgendwie wertvollem Beiträgen für unsere Gesellschaft zu tun? Sind das etwa wirklich derart leistungsfähige Menschen, dass sie permanent das vielhundertfache oder noch mehr der Leistung normaler Arbeitnehmer erbrachten und erbringen?

Natürlich nicht! Sicher - in jeder Generation mag es einige besonders kluge, intelligente oder fleißige Menschen geben, die deutlich mehr leisten, als ihre Gegenteile. Dieses deutlich mehr aber – insoweit dürfte wohl Einigkeit zu erzielen sein - findet im einstellig Vielfachen schnell sein Ende. Daraus könnte man für eine ehrliche Wirtschaft also folgern: beim etwa 10-fachen Leistungsgegenwert eines Durchschnitts-Lohnempfängers sollte das Ende der Fahnenstange von Monstergehältern zumindest in Sichtweite geraten. Nun: unser geliebtes statistisches Bundesamt wirft für 2008 exakt 3.127 € Monatsbrutto pro durchschnittlichem Vollzeitbeschäftigten in die Waagschale, was sich im Jahr auf 37.524 € - na sagen wir 37.500 € - summiert und unsere Fahnenstange dann folglich bei rund 375.000 € enden ließe.

Die Gehälter etlicher Wirtschaftsbosse liegen längst deutlich über diesen 375.000 € im Jahr – ja sogar unsere urgenialen Krankenkassenmanager (wer möchte nicht mal wissen, was die eigentlich managen?...) robben sich bereits in diese Richtung vor. Doch schon im Jahr 2007 war von Hedgefonds-Managern zu lesen, die mit sage und schreibe über 1 Milliarde € Jahreseinkommen mehr als das 2600-fache(!) unserer Fahnenstange für sich verbuchten. Bei diesen muss es sich dann wohl um eine Art Ein-Personen-Konzern handeln – entspricht das doch immerhin dem Einkommen von 26.000 Lohnempfängern. Nun – ok Herr Niebel - wir wollen hier keine Neiddebatte führen. Lassen wir solche Ausreißer zunächst mal außer Acht, wollen dennoch aber unsere Frage nach der Gerechtigkeit und Sinnhaltigkeit des Systems nicht aufgeben. Oberflächlich betrachtet schauen die heute gängigen Relationen dann zunächst gar nicht einmal so völlig aus den Fugen geraten aus - könnte man meinen. Ein Irrtum…

Zunächst blieb mir ohnehin die merkwürdige Frage zurück, wieso kenne ich in meinem Lebensumfeld nur relativ wenig Menschen, deren Einkommen sich tatsächlich auf deutlich mehr als 3.100 € beläuft? Immerhin soll das ja der Durchschnitt sein. Doch sind dies nicht selten Familieneinkommen - es hängen also noch andere Menschen davon ab. Weiter finden etliche „Berufsgruppen“ bei dieser Betrachtung unseres geliebten Bundesamtes erst gleich gar nicht statt: Rentner, Arbeitslose, Selbstständige, Beamte etc. womit gleich mal ein knappes Drittel der Bevölkerung nicht wirklich an dieser Statistik teilnimmt. Doch bleiben wir unbeirrt bei der Betrachtung der Einkommen aus Arbeit...

Denn es ergeben sich überraschende Konsequenzen für unsere Fahnenstange, da unsere Leistungsträger ja in anderen Lebensfeldern jenseits der Lohnarbeit, wie beispielsweise in der Nachkommensproduktion, ja nicht auch unbedingt so viel mehr „leisten“, als ihre durchschnittlichen Mitbürger. Grundsätzlich gilt für alle, dass so ein Mensch schließlich auch leben muss, um überhaupt arbeiten zu können. Beziffern wir die Lebenshaltungskosten mal etwas generös auf rund 1.000 Euro pro Kopf und Monat und gehen weiter davon aus, dass durchschnittlich rund 2 Menschen an einem Vollzeiteinkommen hängen, so tut sich doch Einiges an unserer Rechnung zur Fahnenstange.

Vom Durchschnittseinkommen sind dann nämlich gleich mal 2.000 € monatlich quasi als Betriebskosten der Spezies Mensch „verschwunden“ - mithin verblieben dem durchschnittlichen Lohnempfänger noch 13.500 € im Jahr als theoretischer Gegenwert seiner Leistung. Demgemäß berechnet sich das obere Ende der Fahnenstange nun allerdings neu: und zwar zu 135.000 € + 24.000 € auf rund 160.000 €. Jetzt geraten die vorhin als so eben noch hinnehmbar erachteten Verhältnisse schon merklich ins Schwimmen.

Doch dabei bleibt es nicht. Denn wir sprachen bislang ja vom Brutto! Was nichts anderes bedeutet, als dass unsere Probanden saftige Abschläge für Steuern und Sozialabgaben zu verkraften haben. Der Besserverdiener zahlt zwar deutlich mehr Steuern auf sein Einkommen - zumindest sofern er steuerehrlich ist. Dies allerdings kann er sich mehr oder weniger frei aussuchen. Unser Durchschnittsverdiener indes bekommt hier erst gar nicht in den Genuss irgendeiner Wahl - seine Abgaben werden direkt vom Lohn einbehalten. So verbleiben ihm noch 1.700 € Spielraum an echter Finanzkraft - wohlgemerkt im Jahr (!). Unser Besserverdiener indes kann nach derselben Berechnung immerhin noch auf knapp 70.000 € blicken. Hiermit beläuft sich seine erarbeitete freie Finanzkraft auf das gut 40-fache derer seines Durchschnittskollegen. Merkwürdig - nicht wahr? Eigentlich wollten wir doch nur das 10-fache ansetzen, und nun landen wir trotz Nachbesserung immer noch beim 40-fachen? Na, wenn das mal ein Zufall ist… Doch zunächst für alle Ungläubigen - hierzu eine Tabelle mit den aktuell in Deutschland gegebenen Verhältnissen:

Tabelle-01

Wie wir sehen, erzielt der leistungstragende Mitbürger mit seiner Arbeit also exakt das 40,88-fache an persönlicher freier Finanzkraft gegenüber einem Durchschnittsarbeitnehmer. Dies allerdings nur für den Fall, dass er steuerehrlich ist und brav in die staatlichen Sozialkassen einzahlt. Ist er hingegen ein wenig mehr auf seinen Vorteil bedacht, kann aus dem Ganzen durch Steuersparmodelle und Privatversicherung rasch mal auch das 60- oder gar 70-fache werden.

Hmm... komisch. Sollte ich tatsächlich der Erste sein, dem diese vielleicht ungewohnte Rechnung auffällt? Otto Normalverbraucher vielleicht, aber nicht doch unsere Politiker, können glaubhaft vorgeben, diese Rechnung zumindest dem Wesen nach NICHT zu kennen, schließlich machen sie ja die Gesetze dafür. „Ja – aber was erzählt man uns denn da andauernd?...“ mögen Sie sich fragen – und das ist wirklich eine sehr gute Frage!

Nun - überlegen Sie nur mal angesichts der obigen Rechnung: Wem wohl würden Sie als politischer Sesselinhaber das Popochen pudern? Ich meine, so in Anbetracht der Tatsache, dass sie vom Einen 55.000 € Geld zum Rumspielen, Selbstbedienen oder zu was auch immer erhalten, und vom anderen hingegen nur überschaubare 4.500 €? Da es bei Wahlen nun aber so ist, dass eine Wählerstimme jeder anderen exakt gleicht, erhebt sich schon die Frage, wie man eigentlich mit Hardcore-Elitenpolitik Wahlen überhaupt gewinnen will.

Doch das wirklich Interessante an dem Spiel haben wir noch gar nicht angefasst, nämlich das, was sich hinter dem Gesetz der großen Zahl verbirgt. Zwar sind 55.000 € Steuern von einem Besserverdiener nicht unbedingt zu verachten - doch verblasst das mächtig gegen beispielsweise jene 1.000 mal 4.500 €, die in die Kassen strömen, wenn man gleich 1.000 Durchschnittsverdiener auf einmal – und zwar so richtig zuverlässig - abmelken kann. Das macht dann immerhin 4,5 Mio € - soviel also, dass man auf die 55.000 € vom anderen eigentlich gar nicht mehr so wirklich dringend angewiesen wäre.

Einen klitzekleinen Haken bei der Sache gibt es noch: wie kriege ich denn 1.000 Durchschnitts-Lohnempfänger dazu, mir regelmäßig brav und klaglos so umfangreich von ihrem Verdienten zu opfern? Nun - ich muss zumindest die Illusion erwecken, bei dem Ganzen gehe es irgendwie ordentlich und gerecht zu, sonst würden mir die Durchschnittler eines Tages womöglich doch auf die Barrikaden klettern und das schöne Spiel für Politik und Elite vermasseln.

Und genau so und nicht anders sehen die Steuer- und Abgabengesetze hier wie weltweit auch schon immer aus. Nominale (und nur nominale...) Steuersätze, die geeignet sind, selbst noch bei Ärmsten Mitleid mit Wohlhabenden hervorzurufen. Dann aber Bücherregale voller merkwürdiger bis absurder Ausnahme- und Sonderregeln, mit deren Hilfe sich jeder Besserverdiener aus seiner ohnehin schon komfortablen Situation praktisch nach Belieben in eine noch komfortablere begeben kann. Dafür, dass da ja nichts dem Zufall überlassen bleibt, sorgt gleich ein ganzer Wirtschaftszweig: die Finanzdienstleistung.

Hiermit dürfte eine Ursache für die seit jeher festzustellende deformierte Vermögensentwicklung in kapitalistischen Systemen ziemlich eindeutig auf dem Tisch liegen und auch Debatten um Steuersenkung, Privatisierung und dergleichen erhalten eine völlig neue Geschmacksvariante (mit den besten Grüßen an die FDP). Bliebe zunächst noch nachzutragen: wie denn wohl müsste unsere Fahnenstange unter heutigen Bedingungen hierzulande eigentlich wirklich ausschauen, wenn man so eine 1:10 Relation darin abbilden wollte? Und hier das Resultat:

Tabelle-02

Schon bei einem Jahresbrutto von 65.000 € (man glaubt es kaum...) wird unsere 10-fach-Grenze gerissen – also müsste diesem Einkommen das 10-fache an Leistung eines Durchschnitts-Kollegen gegenüberstehen. Wobei wir uns daran erinnern wollen, dass der durchschnittliche Arbeitnehmer ja nicht etwa mit schlecht oder leistungsarm gleichzusetzen ist. Fakt ist ferner, dass es millionenfach Arbeitnehmer gibt (und keineswegs nur gering-qualifizierte...), die deutlich unterhalb von 3.100 € brutto im Monat ihr Dasein fristen. Alles nur ein dummer Zufall - eine Laune der Märkte?

Wohl eher weniger. Auch der Vorwurf, hier würde falsch gerechnet verfängt nicht wirklich. Schließlich leben wir in einem System, in dem ausschließlich die freie Finanzkraft maßgebend ist. Mit Geld, was ich für den Unterhalt meiner Familie brauche, kann ich mir weder eine private Altersvorsorge noch ein Vermögen aufbauen. Unser System aber bietet nur der freien Finanzkraft die Möglichkeit, ohne Arbeit Geld zu produzieren. Wir haben längst ein System, dass Reiche in jeder Beziehung bevorteilt - und es wurde in den vergangenen Jahrzehnten erheblich perfektioniert. Arme Menschen indes zwingt man, ihr bischen Habe, ihre Berufe und ihre Würde aufzugeben. Dabei hat sich seit Jahrhunderten an Einem nichts geändert – denn: Geld ist mausetot, weder kann Geld irgendetwas produzieren noch vermehrt es sich. Das müssen heute wie immer schon diejenigen besorgen, die sich von all dem Politiker-, Experten- und Mediengeschwall einlullen lassen. Das einzige was sich inzwischen geändert haben mag, ist, dass man aufgrund voranschreitender Rationalisierung immer weniger solcher Anderen benötigt.

Erinnern Sie sich an Frau Merkel? Wenn nicht, will ich das gerne für Sie tun..."Vorfahrt für Arbeit...", „Sozial ist, was Arbeit schafft...“ hieß es Anno 2005. Kann man so sehen - schließlich haben wir ja Meinungsfreiheit. Tatsache im Kapitalismus indes bleibt aber: Sozial ist allein, was breit gestreute Finanzkraft schafft... Nun - in Deutschland wurde in der Ära Schröder/Merkel derart viel Einkommen für die breite Bevölkerung geschaffen, dass es uns von den vorderen Plätzen der OECD-Wohlstandsskala knapp vor Spanien, Portugal und Griechenland zurück beamte. Einziger Trost: noch liegen wir in etwa gleichauf mit Italien.

Mit dem Wert der Arbeit ist das eben so eine Sache. Bis zu den Betriebskosten der Spezies Mensch in der Umgebung, in der er seine Arbeit verrichtet, ist seine Arbeit sozusagen erlösfrei - für ihn zumindest. Es dürfte also schon gern „ein wenig mehr sein..“ Unterschreitet man diese Grenze, kann es sich erst gar nicht um eine zukunftsgerichtete Form von Arbeit handeln, denn Menschen werden nicht auf Dauer unterhalb ihrer Betriebskosten zu "betreiben" sein. Nun – mag vielleicht hier der Grund liegen, dass es fast in allen Ländern um uns herum gesetzliche Mindestlöhne gibt – nur in Deutschland nicht?

Der Frage, warum die Betriebskosten des Menschen hier mit 800-1000 € / Monat zu Buche schlagen und in China nur ein Zehntel dessen betragen, werden wir an anderer Stelle nachgehen... Völlig klar aber ist, dass die Chinesen da momentan eindeutig besser dran sind. Vielleicht aber ist ja auch irgendetwas nicht so ganz koscher am Globalisierungshype – schließlich erfolgt dieser ja fernab jeglicher demokratischen Kontrolle. Ich glaube sie trösten zu können – die Chinesen sind nur solange besser dran, wie dies den Betreibern des Globalcasinos sozusagen in die Karten spielt. Das war vorher auch schon mit Taiwan, Japan, Südkorea - und nicht zuletzt auch mit unserer jungen Bundesrepublik so, hier offenbar sogar bis zum Anbruch der Exportweltmeister-Ära. Wir bekamen schon mächtiges Stück vom Kuchen ab – leider, leider aber haben wir ihn etwas ungeschickt unter uns verteilt...

Das Geheimnis hinter allem: es gibt weltweit derzeit nicht eine einzige vorzeigbare Volkswirtschaft, die eine nachhaltige Bedeutung allein aufgrund von Arbeit oder Leistung erlangt hätte. Wir wissen schon länger: weder war das bei den Briten so, noch bei den Japanern, noch bei den Koreanern. Wir erleben gerade: selbst bei den USA ist es auch nicht so... und hoffentlich lernen wir bis Herbst: Wieso sollte es ausgerechnet bei uns so sein? Wir haben uns unsere Probleme, die wir nun haben werden, selbst geschaffen. Niemand in der Welt wird sich darum scheren, wenn Deutschlands Wirtschaft weiter den Bach runter geht oder gar zusammenbricht. Lösen können wir diese Probleme nur selbst – und die Wahlurne wäre ein guter Ort, damit zu beginnen...

Wer etwas produzieren will, braucht schließlich auch Menschen, die das Produzierte kaufen können. Das lässt sich nur auf einem einzigen Weg erreichen: indem man den Menschen vor Ort auch die Möglichkeit gibt, sich etwas kaufen zu können. Alle andere Alternativen nennt man gemeinhin „Sklaverei“... Gemessen daran erscheinen die aktuellen Hoffnungen unserer Politiker auf „so weiter machen wie bisher“ gradezu als Utopie. Aus einem „Quasi-Niedriglohnland“ lässt sich heute weder ein nachhaltiger Aufschwung noch ein Wirtschaftswunder entfachen. Nachhaltigkeit kann sich immer nur dadurch ergeben, wie sinnvoll Erfolge unter der eigenen Bevölkerung verteilt und in das Gemeinwesen investiert werden. Dass Elitenförderung hier weder der richtige Weg ist noch als Wiederaufbauprogramm taugt, hätten wir in den Jahren seit Kohl – zusätzlich zu tausendfach anderen Beweisen weltweit und aus der Geschichte, inzwischen abermals bewiesen. Vielleicht doch mal was Neues? Ein bisschen Obamarama tät unserem Land sicher gut – aber leider sind die Thinktanks bei Bertelsmann & Co noch nicht so weit - denn die sind immer noch vollauf damit beschäftigt, wie sie im Sinne Ihrer Auftraggeber den logisch unausweichlich notwendigen Mindestlohn verhindern können.

Die Hoffnung, wir könnten es den USA gleichtun – und die ganze Welt (nur nicht unsere Reichen...) für unseren Wohlstand bezahlen lassen – wird sich ebenso in Luft auflösen, wie das Gesülze von Merkel und Steinbrück, die gegenwärtige Finanzkrise sei in den Griff zu bekommen. Die gegenwärtige Finanzkrise ist nicht in den Griff zu kriegen... weil sie eine stytemische Krise ist. Sie kann nur „abgeschafft“ werden – und zwar von verantwortungsvollen und zur Abwechslung mal ehrlichen Politikern. Schließlich ist das Arbeitsvermögen der Weltwirtschaft für die kommenden 15 Jahre heute bereits „ausverkauft“... Dies bedeutet: Arbeit wird es zu Hauf geben - nicht aber die dazugehörigen Löhne. Wie wir wissen, können Menschen aber nicht 15 Jahre zum „Nulltarif“ arbeiten – und dies nicht einmal, weil sie es nicht wollten, sondern weil es schlicht und einfach nicht geht. So ergeht es jeder Täuschung über die Realität. Man kann über sie hinweg täuschen, soviel man mag – irgendwann aber holt sie einen dennoch ein... Schön wäre, wenn es unseren Poltikern im Herbst ebenso erginge.

 

 

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