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In der Nacht PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Jürgen Scheffler   
Donnerstag, 21. September 2006
Beitragsinhalt
In der Nacht
2. Eine Beispielrechnung
3. Gefühlte Inflation
4. Fazit

Deutschland. Klagen aus der Bevölkerung über die Preisentwicklung seit Einführung des Euro sind seit 2002 an der Tagesordnung. Nicht von ungefähr bildete sich der Schmähname "Teuro" für die vielerorts ungeliebte Währung, während andere witzeln, in Wahrheit sei beim Überang von der guten alten DM zum Euro doch nur das Währungssymbol ausgetauscht worden. Doch die Nörgler mussten sich einem Gegenargument stets beugen: Viele Lebensmittelpreise, mussten sie zugeben, waren über lange Zeit niedrig und stabil. Gradezu Anerkennung war den Discountern zu zollen, weil sie bestimmte Grundlebensmittel in ihrem Sortiment konsequent auf niedrigem Preisniveau hielten. Den anderen Geschäften blieb schließlich nichts anderes übrig, als mit eigenen Billig-Marken zu kontern, nachdem es auch "Frau Doktor" immer öfter in die schnörkellose Nüchternheit von Discount-Filialen zog. So unterscheiden sich heute die Grundangebote der großen Marken-Handelsketten kaum noch von denen der großen Discount-Handelsketten. Hier wie dort findet der erzwungenermaßen oder freiwillig kostenbewusste Kunde die tragenden Säulen seines Tagesbedarfs zu meist exakt den gleichem Preisen vor. Gradezu gewöhnt haben sich so viele an bestimmte "Eckpreise", die tatsächlich über lange Zeit konstant geblieben waren. Doch lässt die aktuelle Entwicklung hier aufhorchen - vor allem in Anbetracht jüngster Meldungen über eine nahezu stagnierende Preisentwicklung. Bei gezielterem Hinsehen jedoch offenbart sich Beunruhigendes...

Nicht überall wo Sinn drauf steht, ist auch Sinn drin...


Preisarithmetik ist seit jeher ein schwieriges Terrain - zu vielgestaltig die Welt von Packungsgrößen, Produktqualitäten und nicht zuletzt der Produktdesigns (auch das Auge kauft mit ein). Mit einigem Vertrauen aber schauen weiterhin die meisten Menschen auf die Statistik-Ämter und der von diesen in aufwändigen Verfahren ermittelten Verbraucherpreis-Entwicklung, der hin bis zu Rechtsansprüchen sogar juristisches Vertrauen zu teil wird.


Doch inzwischen schleichen sich Mißtöne auch in diesen Teil "heile" Welt. Was sollen der ALG2-Empfänger und die Kleinrentnerin denken, wenn sie - wie jüngst - in den Medien mit einem angeblichen Preisrückgang von 0,8% konfrontiert werden? Deren eigene Erfahrung nämlich schaut doch um einiges anders aus. Zur Erläuterung muss zwangsläufig weiter ausgeholt werden. Wir wollen hier der Frage mal näher auf den Grund gehen, ob denn "gefühlte" Inflation tatsächlich nur pure Einbildung ist, wie z.B. ein Artikel im Online Magazin "die Bank" wortreich und selbstverständlich streng wissenschaftlich nahezulegen versucht.


Bei näherer Betrachtung greifen die Verwerfungen doch viel tiefer und sind auch in einem wesentlich größeren Zusammenhang zu sehen, als ein nur flüchtiger Blick in die Lebenswirklichkeit der einen oder anderen Gruppe unter den Entprivilegierten erfassen kann. Menschen in unserem Land, denen nach Ansicht mancher leider recht einflussreicher Professoren noch immer viel zu hohe Hartz IV Leistungen von 345 Euro resp. 311 Euro (bei Zusammenlebenden) zu teil werden, haben oder genauer mussten nämlich schon längst ihre eigene Konsum-Welt entwickeln, die sich inzwischen weit von der des Otto Normalverbraucher entfernt hat. Nicht wenige Kleinrentner verfügen gar noch über ein geringeres Monatsbudget.


Was unser Professor da - selbst allerbestens eingebettet in staatlich finanzierte Überversorgungskultur - unermüdlich propagiert, ist nichts weiter, als der erkennbar unmögliche Versuch, die maroden Staatsfinanzen auf dem Rücken von Kleinrentnern und Arbeitslosen zu sanieren. Die Logik staatlicher Versorgung für Menschen stellt er dabei völlig auf den Kopf - sie sollen nicht das erhalten, was man hier zum einem auf Niedrigstniveau wenigstens noch selbst bestimmten Leben braucht, sondern irgendeinen fiktiven Betrag, der vor allem eines leistet: sie in totale Abhängigkeit von jedem noch so besch...eidenen Job zu manövrieren. Außer Betracht lässt er, was mit dem Kleinrentner geschehen soll, den man sinnvollerweise doch vom Arbeitsmarkt fern halten sollte. Überhaupt zielen die Hartz-Gesetze in Wahrheit auf Lohndrückerei bei den noch Arbeitenden. Hierin - und nicht etwa in klammen Staatskassen - ist auch der primäre Zweck dieser Gesetzesmachwerke zu sehen. Nach dem Grundgesetz inklusive seiner Freiheit zur Berufswahl und des Verbots der Zwangsarbeit fragt eh schon längst niemand mehr.


Dass dieser Mensch Nationalökonomie an einer der renommiertesten deutschen Wirtschaftsfakultäten lehrt ist einerseits höchst bedauerlich und erklärt andererseits wenigstens zum Teil die rapide sinkende Qualität des Führungsnachwuchses in unserer Wirtschaft. Seine Argumenationsketten jedenfalls bewegen sich entlang des tiefen Grabens der in unserer Gesellschaft tobenden Schlacht um das künftige Mindestlohn- und Lebensniveau in Deutschland. Jeder wirtschaftlichen und erst recht politischen Vernunft und Erfahrung zum Trotze wird hier mühsam getarnt das ureigenste Arbeitgeberziel hemmungsloser Lohndrückerei staatlicherseits mit Leben gefüllt.



 

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