Sonntag, 16. Juni 2019

Satiraden

Oettinger stürzen... Satire. "Oettinger stürzen" wird unter Langzeitarbeitslosen als "Running Gag" immer beliebter. Wie diese Meldung einmal mehr zeigt...  weiter...


Gegendarstellung (Real-Satire) Diesem Stern-Beitrag des Monats Januar lag ein bedauerlicher Irrtum zugrunde und er wurde daher kürzlich vom Stern gegen dargestellt.  weiter...


WIESO Tipp (Real-Satire) Die Mühlen der deutschen Justiz mahlen langsam aber gründlich - sagt man ihnen nach. Wie man am Ausgang des Skandal-Prozesses um die Berliner Landesbank (der Spiegel berichtete hier) erkennen kann, wurde am Ende aber doch alles gut...  weiter...


Mitmachen im CogitoSum-Forum!


Wieder und wieder... (Real-Satire) Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit gelang der FTD gestern am 20.03.2007 der erste Feldtest eines völllig neuen Prototyps für den politischen Beitrag der Zukunft.  weiter...


Text Anzeige

Websuche

Ihr Weltbild...

...darf nicht das Eigentum kommerzieller Medien bleiben. Fördern Sie CogitoSum durch Weitersagen, Mitmachen oder gerne hier auch durch Spenden:

Kritisches Berichten kostet viel Arbeit. Jeder Beitrag hilft, weiter zu machen und ist willkommen. Vielen Dank.

powered_by.png, 1 kB

Startseite arrow Politik arrow Report arrow In der Nacht
In der Nacht PDF Drucken E-Mail
Benutzer Bewertung: / 2
SchlechtSehr Gut 
Geschrieben von Jürgen Scheffler   
Donnerstag, 21. September 2006
Beitragsinhalt
In der Nacht
2. Eine Beispielrechnung
3. Gefühlte Inflation
4. Fazit

 

Fazit


Bei näherem Hinsehen nämlich zeichnet sich schon heute ein recht düsteres Bild vom Leben am unteren Ende der Nahrungskette in einem der reichsten Länder der Welt. Das wäre alles nur halb so schlimm, hätte diejenigen, die in diese Lage geraten, eine Perspektive darauf, dass diese Lage nur vorübergehender Natur ist. Dies aber ist weder für den z.B. über 50-jährigen ALGII-Bezieher noch erst recht für den Kleinrentner der Fall. Wohlgemerkt: die hier aufgestellte Rechnung ist nicht der Ausnahmefall - sie schildert die Verhältnisse für einen Menschen, der weder über Vermögen verfügt noch - als anständiger Staatsbürger - Schwarz arbeitet. Der nämlich muss und kann von diesem Geld nur so und nicht anders leben.


Auch wäre die Lage anders, würde unser Land sich wirklich in einer besonderen wirtschaftlichen Notlage befinden - doch abgesehen von dem sich aus dem Fortschritt zwingend ergebenden Strukturwandel auf dem Arbeitsmarkt kann davon nicht die Rede sein. Was falsch läuft in diesem Lande, hat das Haus Siemens stellvertretend für viele andere gerade erst vorexerziert. Da werden tausendfacher Job-Abbau nunmehr völlig ohne jede Skrupel gepaart mit einer saftigen Erhöhung der Management-Bezüge, währenddessen eines der Vorzeigeunternehmen Deutschlands weiter zu einer Kapitalverwaltungbude verkommt. Auch hierfür hat unser Professor eine griffige Bezeichnung parat: Die "Entlassungs-Produktivität" sei es, die da gesteigert wurde, und mithin natürlich Gehaltsaufschläge für diejenigen rechtfertige, die solches verbrechen. Genau dies und die dahinter stehende Haltung ist es, was unser Land außer Tritt gebracht hat und weiter bringen wird - denn derartiges findet fortwährend auf nahezu allen Ebenen statt, wo Menschen Positionen mit Zugang zu Möglichkeiten der Selbstbedienung in unserem Gemeinwesen innehaben und dieser Modetrend macht vor unserem hohen Haus - dem Bundestag zu Berlin - keineswegs Halt.


Die Herren- und Damenschaften in Berlin, allen voran solche wie der Burschenschaftler und Sozialkonflikt-Einpeitscher Söder (CSU) müssen sich mal klar machen, worüber genau da inzwischen nahezu tagtäglich lamentiert wird. Wenn sie sich dabei nicht beschleunigt der Realität annähern, dann werden andere dies tun. Als Wähler beispielsweise. Denn die langen Gesichter nach der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern, flankiert von ganzen Horden selbstverständlich hoch bezahlter "Experten", die über die Ursache des Erdrutsch-Siegs der Rechten dort Rätselraten, findet nicht zuletzt im Vorangegangenen ihre Ursache. Wer - wie unser Professor Hans-Werner Sinn - allen Ernstes eine 30% Absenkung des ALGII fordert, weil es angeblich "zu hoch" sei, der kann nur in einer Parallelwelt nicht aber im Deutschland des Jahres 2006 leben.


Knapp 30 Mrd Euro berappt unser Staat für das Millionenheer seiner "Angestellten bei der Firma Hartz" - wovon deutlich über 500 Mio allein auf Anbieter von 1€-Jobs entfallen. Des weiteren summerien sich Mindestbeiträge zu Kranken- und Rentenkassen auf. Alles Gelder, von denen ALG-Empfänger nicht einen Cent sehen. Angesichts der Empfängerzahlen und der hiesigen markoökonomischen Verhältnisse alles letztlich nicht viel mehr als ein Almosen. Die als zu üppig gescholtene Hartz-IV-Versorgung ist in Wahrheit pro Kopf das allerbilligste Sozialsystem, welches es in der Bundesrepublik je gegeben hat. Man wusste offenbar schon im Berlin zu Schröders Zeiten recht genau, was man da tut und ganz offensichtlich erwartete man für längere Zeit kein wirkliches Sinken der Arbeitslosenzahlen - und so wurde eben schnell dafür gesorgt, dass es dann wenigstens möglichst "billig" wird. Dabei sollten wir alle gut im Hinterkopf behalten, wie uns dies damals seitens der Politik "verkauft" wurde - auch wenn der damalige Chef-Verkäufer sich inzwischen ganz offiziell und nicht mehr verdeckt für Konzerninteressen stark macht.


Man schuf ein System, das immer mehr Menschen erst einmal in den Gulli kickt, bevor es sie einstweilen an langer Leine gerade so eben noch über Wasser hält. Die Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt aber sind nicht Schuld der Normalbürger. Auch wenn es unbequem ist: die heutige Politik ist in der Pflicht, ehedem gegebene Versprechen an die heute in Rente gehende Generation einzuhalten und nicht durch immer neue Taschenspieler-Tricks zu unterlaufen. Hierfür - und nicht zugunsten von eigenen oder sonstigen verqueren Interessen - haben sie notfalls von jener Macht Gebrauch zu machen, die sie vom Souverän dieses Staates verliehen bekommen haben.

Mit dem Ersinnen immer neuer Zumutungen für das der schönen neuen Zweidrittelgesellschaft abgehende Drittel ist dieser Job jedenfall ganz sicher nicht getan - und Arbeitsplätze schafft dies, aller Sinn'scher Thesen zum Trotze, nachweislich auch nicht. Dies sollte die nach der Wiedervereinigung geschaffene Sonderwirtschaftszone im Osten hinlänglich bewiesen haben. Ein Weiter-So läuft damit auf die Frage hinaus, wie viel Sinn darin wohl liegen könnte, wenn Postlow demnächst z.B. mitten in Duisburg, Gelsenkirchen oder Dortmund stattfindet..


Unsere jetzige Kanzlerin hat im Wahlkampf einen ersten Schritt in die richtige Richtung zwar schon erkannt: "Sagen was man tut - und tun was man sagt...". Schön wäre jetzt noch, wenn sie und ihre Regierung dem nun auch noch Taten folgen ließen und noch viel schöner sowie dringend nötig wäre es, es sind die richtigen Taten und nicht nur bloßes Weiter-Herumzündeln am sozialen Frieden unserer Gesellschaft nach dem Motto "Irgendwann muss es doch mal brennen...". Das braune Gesocks jedenfalls steht schon in den Startlöchern und wärmt sich derweil seine Hände am Feuer andauernder Unfähigkeit unserer Politikelite, das grassierende Unwesen von Verbänden und Interessengängern in Deutschland wieder in seine Schranken zu weisen. So gesehen wird das berühmte Heine-Zitat höchst aktuell: "Denke ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht..."

CogitoSum - Beitragskritik:
Politik - Sozialwesen


ARTIKELENDE


 



 

Anzeigen





Creative Commons License
CogitoSum Inhalte stehen sofern nicht anders ausgewiesen unter Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 Lizenz.
(2019) www.cogitosum.de
Diese Seite wurde in 0.016029 Sekunden generiert