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Definition Modellgrundlagen PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Jürgen Scheffler   
Sonntag, 11. Februar 2007

Greifen wir unsere einleitende Streitschrift "Geld regiert die Welt" einmal auf und stellen zunächst fest, dass über das, was Gesellschaft ausmacht, über ihre genauen Strukturen sowie über die ihnen wirksamen Zusammenhänge dürften bei weitem mehr "Ansichten", "Meinungen" und "Theorien" bestehen, als über irgendeinen sonstigen Betrachtungsgegenstand des menschlichen Geistes. Dies mag dem Umstand geschuldet sein, dass es Menschen nicht ohne weiteres möglich scheint, ausreichend Abstand zu ihrem persönlichen Lebensumfeld, ihrer kulturellen Prägung und ihrer Lebenserfahrung zu wahren. Genau dies aber ist notwendig, wenn Strukturen identifiziert werden sollen, die für alle - oder zumindest die überwiegende Mehrheit der Menschen - akzeptabel sein können. Toleranz ist gut und schön - hier aber besteht das konkrete Problem, dass man Gesellschaft in nur einer Form realisieren kann. Und diese kann keineswegs beliebig sein - logische Zusammenhänge resultieren darin, dass Fehlentwicklungen sich unmittelbar in Leid für einige oder viele Menschen bemerkbar machen. Gradezu als epochal ist die öffentliche Vernachlässigung zu geißeln, die derartige Aspekt in unserer heutigen Zeit erfahren - die völlig belanglose Frage, welcher Verein Fussball-Bundesliga-Meister wird, scheint bei weitem mehr Menschen zu bewegen als essentielle (Über-)Lebensinteressen. Man muss wohl kein Prophet sein, um festzustellen, dass dies auf Dauer nicht gut gehen kann. Folgen wir hier also den Gedanken aus der Einführung zu unserem Gesellschaftsmodell und versuchen nun, dieses hier in seinen Konturen näher zu definieren.

Was eigentlich ist Gesellschaft heute? Nun - Menschen leben heute in Staaten - d.h. territorial begrenzte Gebilde in denen zumeist viele Millionen Menschen mit erheblichen Unterschieden in kultureller Prägung, Landsmannschaft, Geschlecht, Alter usw. miteinander leben und für die eine innerhalb dieses Gebildes einheitliche Rechtsnorm gilt. Hiervon ausgehend bietet es sich an, zu definieren: Die Gesellschaft ist die Summe aller Individuen, die einem bestimmten Rechtsraum zugeordnet sind. Das Recht - und z.B. nicht Kultur, Landsmannschaft oder irgendetwas anderes als Abgrenzungskriterium zu gebrauchen, ist notwendig - denn es ist das Recht, worüber Macht ausgeübt wird.

Genau aus diesem Grunde erstreckt Demokratie sich im Wesentlichen auch auf präzise Regeln für das Zustandekommen und die Weiterentwicklung von Recht. Idealerweise hätte daran jedes Individuum in exakt der gleichen Weise mitzuwirken. Da nun Säuglinge zur Mitwirkung einsehbar nicht in der Lage sind und auch nicht Dutzende Mio Menschen im Parlament sitzen können, werden politische Systeme benötigt, die das demokratische Ideal bestmöglich in der Realität abbilden. Hierzu ein kurzes Beispiel:

Solche Systeme nehmen einige "Vereinfachungen" vor, die aber unumgänglich scheinen, will man den Demokratiegedanken praktisch umsetzen. Die gängigste Vereinfachung ist das Prinzip der Repräsentation - einzelne Individuen nehmen sozusagen "stellvertretend" für viele andere deren Mitwirkung wahr. Bestimmt werden diese Leute bei Wahlen, in deren Verlauf sie von ihren Wählern einen zeitlich befristeten Auftrag hierzu - ein Mandat - erhalten. So repräsentiert in Deutschland derzeit ein Bundestagsabgeordneter rechnerisch rund 130.000 Individuen dieses Landes. Das Recht zur Abstimmung bei Wahlen - also das aktive Wahlrecht - ist an Voraussetzungen gebunden: nicht wegen Kriminalität vom Wahlrecht ausgeschlossen, Mindestalter erreicht und Zurechnungsfähigkeit gegeben - womit die Zahl der pro Abgeordneten repräsentierten Menschen auf etwa 100.000 sinkt.

So weit mit dem Beispiel - das Modell soll später erlauben, die oben zitierten und für uns hier derzeit gültigen Regelungen einer vorwiegend logischen Überprüfung zu unterziehen - sind die Regelungen sinnvoll? Gibt es andere neue bessere Alternativen? Weisen die Regelungen Lücken oder Fehler auf? Können sie missbraucht werden oder zu Fehlentwicklungen führen? Derartige Fragen und Diskussionen lassen sich auf viele Arten führen - unsere Modelldiskussionen sollen vorwiegend das Aufspüren logischer Zusammenhänge ermöglichen und hinreichend sicher erkannte so knapp und übersichtlich wie möglich in das Modell integrieren.

So weit so gut - doch zunächst erhebt sich die Frage: wozu ist die Betrachtungsebene Gesellschaft eigentlich nötig? Zudem eine Ebene, die vor allem aus der neoliberalen Ecke gerne in Frage gestellt wird (Margareth Thatcher: "...there is no such thing as society..." - zu deutsch: So etwas wie eine Gesellschaft gibt es nicht). Warum also nicht einfach nur Staaten und Individuen betrachten? Hier fragen wir: Was ist denn der Staat? Auch wenn vermutlich jeder dies zu wissen glaubt, wird eine konkrete Nachfrage recht schnell auf erhebliche Verwirrung stoßen - gehört das britische Königshaus nun mit zum britischen Staat oder nicht? Wenn ja - mit welchem Recht eigentlich? Was ist mit Polizei, Militär - was mit Kriminellen? Was ist mit der privaten Wirtschaft - die ja heute gerne so tut, als gehöre sie eben gerade nicht zum Staat und vieles mehr...

Zu alledem ist Staat als Begrifflichkeit historisch wesentlich älter als zum Beispiel jene der modernen Demokratie und noch heute gibt es in gegenwärtigen Staaten allerlei Tradition, deren Ursprünge weit in undemokratische Vorzeiten zurückreichen. Es gab Zeiten, wo Staaten und vor allem das willkürliche Ausüben staatlicher Macht gar als gottgegeben angesehen wurden. Kurzum: Unsere heutigen Staaten sind Kulturräumen entsprungen, die längst nicht mehr jene Bedeutung haben, wie sie heute in Staatstraditionen aber noch teilweise enthalten ist.

Wir leben aber im Heute und nicht im Gestern - und in diesem Heute stehen Menschen in einem Ausmaß vor wichtigen Zukunftsfragen, wie es historisch noch nie der Fall war. Dies konnte es allein deswegen schon nicht sein, weil vor nur kurzer Zeit Durchschnittsmenschen keinerlei Einfluss auf die Beantwortung solcher Fragen gehabt hätten, wenn sie sich denn gestellt hätten. Früher stellten sich solche Fragen zudem kaum - zum einen weil es massiv an der Kenntnis von Zusammenhängen mangelte und zum anderen, weil die Einflussmöglichkeiten der Menschheit auf ihr Lebensumfeld generell sich nicht einmal annähernd in der heutigen Dimension bewegte.

Wenn wir ein vorwärts gewandtes Modell anstreben - und ein solches benötigen wir heute für Entscheidungen dringender denn je - werden uns simple Rückgriffe auf längst Überholtes schwerlich weiter bringen können. Auch kann sich Bewährtes bei näherem Hinsehen als nicht mehr zukunftsfest und dagegen früher Verworfenes als inzwischen möglich und geeignet erweisen. Andererseits könnte man forsch gleich auf eine Weltgesellschaft abheben - doch eine solche gibt es nicht und man kann nicht einmal behaupten, dass sie sich beschleunigt in Entstehung befände. Zwar gibt es internationale Zusammenarbeit in einer früher nie gekannten Intensität - die Realität der Gesellschaften heute aber umfasst eben eine relativ hohe Anzahl solcher komplexen Gebilde vom Typ Staat - und auch die Demokratie greift derzeit nur bis zu dieser Ebene.

In jedem heutigen Staat gibt es etwas, was unabhängig von seiner Staatsform und Tradition existiert - eben jene Gemeinschaft von gerade dort lebenden Menschen - die zumeist alle den gleichen Regeln unterworfen sind. Und genau diese Gemeinschaften sind es, die wir hier mit unserer Definition als vorerst noch viele "Gesellschaften" erfassen. Unter diesen gibt es erhebliche Unterschiede - aber auch einiges an Gemeinsamkeiten vor allem dort, wo es um Aufgabe und Funktion der Gesellschaft als Konstrukt geht.

Gesellschaft war und ist nämlich kein Zufall und dabei waren und sind allen Gesellschaften zu allen Zeiten dieselben Aufgaben gestellt: Der Lebensunterhalt ihrer Bevölkerung und deren Schutz gegen existentielle Bedrohungen sowie die Entwicklung von Kommunikation und Mechanismen der zuverlässigen Wissensweitergabe durch die Generationen hindurch. Hierdurch wird die Gesellschaft zum Überlebenskollektiv ihrer Mitglieder.

Die Gesellschaft, so wie wir sie eben definierten, ist zwar zweifellos existent - kann aber direkt nicht Erscheinung treten oder handeln. Für das Handeln im Namen der Gesellschaft ist daher ein spezielles Konstrukt - ein System - notwendig, das wir als Staat bezeichnen wollen - wobei hier aber eher der Staatsapparat gemeint ist. Ein Staatsvolk in herkömmlichen Sinne weist unsere Modellierung nicht mehr auf - auch um den "völkischen" Gedanken wegen erwiesener Unbrauchbarkeit völlig beiseite zu legen. An dessen Stelle tritt die Gesellschaft und ihr übergreifender sowie wohl kaum zu widerlegender Zweck. Und diese steht zwar in enger Verflechtung mit dem Staat, jedoch besteht auch ein beachtliches Spannungsfeld zwischen beiden - ebenso wie mit anderen Systemen und zwischen den Systemen untereinander.

Diese strikte Trennung scheint sinnvoll und nötig, weil damit der Blick auf die Macht- und Legitimationsflüsse zwischen den Individuen, der Gesellschaft und ihren Systemen erst überhaupt einmal offen gelegt wird. Hier herrschte zu allen Zeiten und auch heute noch Verwirrung. Denn gerne werden heute noch Staat und Gesellschaft gleich gesetzt, was logisch eindeutig falsch ist. Der Staat - das ist die Summe der Behörden, ihrer Bediensteten und eine Reihe weiterer Systeme und Strukturen - existierte und legitimierte sich nie aus sich selbst heraus - sondern immer aus der Notwendigkeit einer geordneten Machtausübung des Herrschenden, des Souveräns.

Der Souverän - das soll in einer Demokratie das Volk sein. Jenes Volk, das früher als Staatsvolk zu Untertanen degradiert und hinsichtlich Teilhabe und Mitbestimmung praktisch marginalisiert war. Auch heute sind es unverändert die weniger vermögenden Massen, die die absolut überwiegende Mehrheit der Gesellschaften stellen, und die - das kann nicht genug betont werden - auch die wesentliche Quelle der Kollektivleistung ihrer Gesellschaften waren und sind. Ihr Menschenrecht und ihre Lebensumstände sind damit in Wahrheit die Träger von (Über-)Lebensinteressen der Menschheit - und nicht etwa irgendein Staatsgebilde, irgendein Wirtschaftssystem oder irgendwelche Herrschaftscliquen oder gar Religionen.

Für unsere Modellierung reduzieren den Staat also auf den "Staatsapparat" und damit auf genau das, was er zu allen Zeiten in Wahrheit auch immer nur war und ist. Denn wer auch immer gleich auf welche Weise herrschte - stets bedurfte er eines Systems, seine Herrschaft in das beherrschte Land und unter das beherrschte Volk zu tragen - seinen Staat eben. Dieses System ist nicht, war nie und kann auch nicht in sich demokratisch sein - seine Funktion ist eben, im Dienste seiner wie auch immer strukturierten Gesellschaft zu handeln.

Moderne Gesellschaften haben heute weit mehr Funktionen zu erfüllen, als nur Staaten für ihr hoheitliches Handeln zu unterhalten. Vor allem geht es darum, das Potential der Individuen der Gesellschaft möglichst optimal einer arbeitsteiligen Organisation zuzuführen, um ein hohes kollektives Leistungspotential nutzbar zu machen. Abgesehen von jenen Individuen, die für den Staat tätig sind, wird von allen anderen erwartet, dass sie sich zumindest für eine Phase ihres Lebens an einem anderen kollektiven System der Gesellschaft beteiligen - dem Wirtschaftssystem.

Bevölkerungszahlen und Lebensformen bedingen heute eine vielschichtige existenzielle Abhängigkeit jedes Individuums von seiner Gesellschaft und deren kollektiver Leistung, was zugleich eine Verpflichtung für die Gesellschaften beinhaltet, wenn Menschenrechte einen Sinn machen sollen. In Zukunft wird diese Abhängigkeit kontinuierlich weiter wachsen und so sind Sozialsysteme kein verschwendetes Geld, sondern heute schon unabdingbare Voraussetzung für Entstehung und Erhaltung jenes gesellschaftsweiten Konsenses, auf den Staat und Wirtschaft auf Dauer angewiesen sind.

Man kann wohl sagen, dass die private, also nicht-staatliche, Organisation der Wirtschaft als dem - zumindest in den entwickelten Staaten - heute bei weitem größten kollektiven System einer Gesellschaft sich im Grundsatz bewährt hat. Sie erlaubt über Vielzahl marktwirtschaftlicher Prozesse eine nahezu optimale Nutzung der bestehenden Ressourcen. Die früher und vielerorts heute noch problematische Aufgabe der Versorgung der Gesamtbevölkerung bewältigt ein erst einmal entwickeltes System dieser Art mit Leichtigkeit und zumeist besteht ein erhebliches Potential an Mehrleistung für Luxus und internationalen Handel.

Diese sicherlich enorme Leistung kann die Wirtschaft aber nur vollbringen, weil Staaten und damit letztlich Gesellschaften diesem System Funktionsvoraussetzungen und notwendige Rechtsnormen schaffen und durchsetzen. Dieser Umstand mag im Zeitalter der proklamierten Globalisierung verwundern - doch bleibt diese Erkenntnis eine unabweisbare Tatsache. Gerade wegen dieser und vieler anderer Diskrepanzen unternehmen wir ja die Mühe des Modellaufbaus - mit dessen Hilfe solche Befunde anhand von Diskussionen zu den Einzelsystemen in deren Auswirkungen auf das Ganze näher analysiert werden können.

Fassen wir die Ausgangssituation zusammen und legen fest:

DEFINITION Modellstruktur

  1. Das Individuum als kleinstes Modellelement soll einen Menschen jeglicher Art erfassen können und die Strukturen seiner Wechselwirkung mit der Gesellschaft und ihren Systemen zutreffend aber zugleich auch einheitlich abbilden.

  2. Der Vielfalt des persönlichen Lebens für Menschen soll ein möglichst großer Freiraum erhalten bleiben, der nur von im Modell verifizierten Gesellschaftszwecken eingeschränkt werden kann.

  3. Die Gesellschaft wird so zu einer Summe aller Individuen, die in einem bestimmten Rechtsraum miteinander leben. Im Modell stellt sie die ranghöchste Betrachtungsebene dar.

  4. Der Zweck von Gesellschaft ist die Sicherung des Lebensunterhalts ihrer Individuen und deren Schutz gegen existentielle Bedrohungen sowie die Bereitstellung von Systemen zur zuverlässigen Kommunikation und Wissensweitergabe über die Generationen.

  5. Die Gesellschaft agiert und funktioniert über Systeme

  6. Ein System stellt eine abgrenzbare Einheit von Ressourcen, Wissen, Prozessen, Regeln und eines Teil des kollektiven Leistungspotentials zur Erfüllung einer oder mehrere Zwecke und Funktionen dar.

  7. Das wichtigste System einer Gesellschaft - nämlich ihr direktes Handlungsorgan - ist der Staat.

  8. Den nicht staatlichen Teil ihrer kollektiven Leistung generiert die Gesellschaft in ihrem Wirtschaftssystem.

  9. hiermit sind die wesentlichen Komponenten prinzipiell abgedeckt, die eine Gesellschaft zur Erzielung ihres Zweckes braucht.

  10. Zwischen der Gesellschaft und ihren Individuen und Systemen kreisen noch eine Vielzahl von Konstrukten materieller oder immaterieller Art, die aber für sich keine Systeme bilden - bis auf folgende Ausnahmen:

  11. das Politische System zur Verteilung von Legitimation und Macht und Steuerung des Staates und

  12. das Rechtssystem, als gesellschaftliches Regelwerk heute dicht angesiedelt beim Staat und

  13. das Bewertungssystem, über das Marktsystem heute dicht angesiedelt bei der Wirtschaft und

  14. zunächst vorläufig wird ein Informationssystem postuliert, dessen Notwendigkeit im Modell zu prüfen ist.

Andere Konstrukte wie Macht, Eigentum, Arbeit, Leistungen, Produkte etc. sind auf vielfältigste Weise in diesen Grundstrukturen vernetzt. Sie stellen teilweise enorm wichtige Austauschgrößen im Modell sowie wichtige Beobachtungsgrößen für die Untersuchung und Beurteilung in Einzelbetrachtungen dar und sind daher möglichst präzise zu erfassen. Jenseits des Menschen real existente Elemente fließen als Grundstrukturen oder Randbedingungen in das Modell z.B. Territorien, Bodenschätze, Umwelt, Planet, Weltraum.

Auf nähere kulturelle Identifikationen wollen wir weitgehend verzichten, weil sie - obgleich für Individuum und Gesellschaft durchaus wichtig - zur Abbildung logisch-funktionaler Zusammenhänge wenig Verlässliches beitragen. Gleiches gilt für religiöse Identifikationen - die wir vollständig dem persönlichen, nicht gesellschaftsrelevanten, Bereich des Individuums zuordnen - eine ideale Religionsfreiheit eben - wenn man so will. Dies kann natürlich nur solange gelten, wie eine Religion nicht gegen Regeln, Zweck oder Grundlagen der Gesellschaft verstößt.

Dieses grobe Modell sollte sich nun auf alle denkbaren Formen menschlicher Gesellschaften anwenden lassen, sobald sie den Maßstab Sippe oder Großfamilie überschreiten. Diese Einschränkung ist notwendig, weil Struktur und Tiefe familiärer Bindung durch ihre enorme Varianz eine nüchtern logische Erfassung erschwert - und weil klar ist, dass das Zusammenleben von Milliarden von Menschen auf solcher Basis nicht gestalten werden kann.

Das Modell wird in seiner Struktur noch unter allerlei Aspekten zu diskutieren und zu prüfen sein. Seine Struktur muss später auch einer Überprüfung anhand historischer Gesellschaften standhalten, da sonst aus dem Modell abgeleitete Erkenntnisse in ihrem Wert beeinträchtigt wären. Lohn der Mühe soll am Ende sein: in einem so validierten Modell könnten sich bestehende und neue Ansätze zur Gestaltung der Zukunft abbilden und in ihren Auswirkungen ganzheitlich untersuchen lassen. Da keine Ideologie, keine Religion und keine kulturelle Prägung zum Aufbau des Modells verwendet wird, müssten sich eigentlich neutrale Ergebnisse einstellen, die vorwiegend auf logischen Zusammenhängen beruhen.

Sollte das Modell sich bewähren, ist eine Nebeneinanderstellung mehrerer Modelle denkbar, mit der sich dann mögliche Prozesse zwischen mehreren unterschiedlichen Gesellschaften untersuchen ließen. Als Fernziel wäre möglicherweise auch die Umsetzung in eine Rechnersimulation vorstellbar - mit der komplexe Parameter-Variationen schneller untersucht werden könnten als durch pures "Durchdenken" im Modell.

Hiermit wollen wir es für die grundlegende Entwurfsdiskussion des Modells vorerst bewenden lassen. Weitere Definitionen werden sich vor allem mit den Elementen und Systemen und ihren Schnittstellen näher befassen.


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