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Geschrieben von Jürgen Scheffler   
Montag, 19. März 2007

 

(Ergänzung zum unserem Beitrag: Aufklärung tut Not... ) Na, da war sie wohl doch zu unartig, die FTD. Ihre direkt auffallend nüchterne Berichterstattung zum Fall Oberstleutnant Rose muss wohl den Gesellschaftstransformierern hierzulande offensichtlich in nicht ausreichendem Maße von vorauseilendem Gehorsam und Dummgeschwätz geprägt gewesen sein. Doch - wie zuvor schon Jochim Stoltenberg bei der Welt - war es nun Aufgabe des Chef-Kommentators der Financial Times Deutschland, Christian Schütte, hier die Kohlen rasch aus dem Feuer zu holen, bevor sich womöglich Kollateralschäden für das Anzeigenbudget ergeben.

TornadoECCE

 

Wie man hier nachlesen kann, hat er sich da nun wirklich redlich viel Mühe gegeben. In völliger Realitätsverkennung schwadroniert Schütte in seinem Propaganda-Machwerk (hierin zumindest scheint er Fachmann - siehe u.a. hier) unbekümmert mit Schweizern, die den deutschen Offizier angeblich nicht verstehen können und brandmarkt dessen Versetzung als Skandal - schließlich erfolge die bei vollen Bezügen, und die hat dieser Offizier - zumindest nach Schüttes Ansicht - nicht mehr verdient.

Zunächst einmal bleibt festzuhalten, dass es nicht Schweizer sondern seit Jahren nun schon Deutsche Soldaten (so manch einer mag denken: Endlich wieder... ) sind, denen befohlen wird, ihr Vaterland in von irgendwelchen Skulls & Bones-Adepten ausgewählten abgelegenen Winkeln der Welt zu verteidigen. Fakt dabei bleibt aber, dass bislang durch deutsche Soldaten im historischen Mittel weitaus mehr Menschen - und darunter nicht wenige unschuldige - ums Leben kamen, als durch Schweizer. Fatalerweise sind es dieselben Schreiberlinge, denen sonst mitunter ganze Sturzbäche von Krokodilstränen aus der Feder fließen, wenn es um die entsetztlichen Auswirkungen des früheren Kadavergehorsams in der ehemaligen Wehrmacht geht - die jetzt Solches verzapfen wie nun Herr Schütte.

Dass hier ein im Vergleich zu Schütte - möglicherweise noch vernünftig denkender - Mensch schon mal Probleme damit bekommen kann, im Grenzfall bei Abschlachtaktionen an einer ohnehin längst unfassbar geschundenen Zivilbevölkerung mitzuwirken, scheint Schüttes Vorstellungskraft zu übersteigen. Klar - ER muss diesen Job ja auch nicht machen. Dessen ungeachtet hat Schütte auch Meinungen zu respektieren, die nicht die seine sind - und sich nicht noch pfennigfuchserisch über das weiterlaufende Gehalt des Oberstleutnants aufzuregen - vor allen wenn man schaut, für welchen Schwachsinn heutzutage fortwährend Millionen und Milliarden verprasst werden. Und überhaupt - wie war das denn noch mal gleich mit "Neiddebatte"?

In der sachlichen Bewertung indes liegt Schütte wie sein Kollege von der Welt schief - Deutsche Soldaten dürfen keine Verbrechen gegen die Menschenwürde verüben, auch nicht auf Befehl - daran gibt es wenig zu deuteln und herum zu juristern. Hier gibt es kein "...vorläufiges damit schon mal anfangen, bis parlamentarische Mehrheiten überzeugt wurden... " sondern nur die Frage, ob der Soldat seinem Gewissen oder dem durchsichtigen Lamenti irgenwelcher Netzwerklinge im Bundestag folgt. Oberstleutnant Rose hat sich für das erstere entschieden.

Seine Versetzung in die Etappe erfolgt mit Sicherheit auf eine angemessen dotierte Planstelle - hiermit gibt es daran nichts zu mäkeln - oder sollen Soldaten in Schüttes Schöner Neuer Welt den ihnen zustehenden Sold nur noch gegen Vorlage von abgeschlagenen Köpfen niedergemachter Taliban ausgezahlt bekommen? Im Gegensatz zu politischen Elefantenfriedhöfen ist davon auszugehen, dass Roses neuer Tätigkeitsbereich nicht aus lauter Liebe zu Herrn Rose entsprechend dortiert ist, sondern weil es dieser Planstelle entspricht - wie bei Abertausenden von Sesselpupsern woanders auch.

So sehr viel Sorgen müsste Schütte sich eigentlich nicht machen. Es besteht schon deswegen kein Anlass, weil der Vorfall für Oberstleutnant Rose sicher noch ein Nachspiel haben wird. Die disziplinarrechtliche Würdigung des Vorfalls aber - und damit auch die unehrenhafte Entlassung, wie sie Schütte offenbar vorschwebt - setzte in diesem Rechtsstaat immer noch ein Verfahren voraus. Und wie sonst überall auch (z.B. Fall Esser) ist in solchen Verfahren sogar die "Kampfmaschine" Soldat solange unschuldig, bis das Gegenteil bewiesen ist - und das kann nun mal eben ein Weilchen dauern.

Dieser Elite-Kommentar ist somit nur ein weiterer in einer unübersehbar langen Kette von Belegen dafür, dass das, was seit geraumer Zeit in Deutschland abgeht und sich trotz vermehrt spürbarer Widerstände im Volk (dazu braucht es keine dubiosen Meinungsumfragen - die doch eher Manipulations- denn Informationsmittel sind...) offenbar immer weiter beschleunigt, tiefe Sorgenfalten auf der Stirn eines jeden vernünftig denkenden Bürgers hervorrufen muss - vor allem und besonders auch in Anbetracht unserer Geschichte. Die Debatte um den Afghanistan Einsatz - und demnächst vermutlich um noch so einiges mehr - werden sich unsere Abgeordneten schon gefallen lassen müssen, schließlich sind sie - zumindest formell - immer noch die Abgeordneten dieses Volkes - und nicht die des US-Präsidenten oder irgendwelcher weltweiter Konzern- und Finanzmafiosi...

Wenn sich denn hierbei Legitimationskrisen auftun - dann ist das gut und richtig so - und es würde nebenbei vielleicht wieder ein kleines Stück mehr Wahrheit in die bundesdemokratische Realtität zurückbringen. Gänzlich den Boden unter den Füssen verliert Schütte mit seinen letzten Worten zur "Gewerkschaftsarmee". Vor nicht allzu langer Zeit - als die Bundesrepublik noch halbwegs so etwas wie ein legitimiertes Gemeinwesen war - hatte man ein Grundgesetz, dass es dem Parlament verboten hätte, derart schwachsinnige Irrwege durchgeknallter transaltantischer Politiker überhaupt mitzugehen.

Dass Deutschland sich angesichts seiner abgrundtief widerlichen Entgleisungen in den 1000 Jahren seines Dritten Reiches eine andere Tradition im Umgang mit seinen Streikräften - und vormals auch in der Außenpolitik überhaupt - zugelegt hat, ist indes kein beklagenswerter Zustand sondern eine der Leistungen, auf die unser Volk zu Recht stolz sein kann. In welcher Weise unsere Truppe vor Ort dies bisher umzusetzen vermochte, sollte nicht Anlass zu von billiger Söldnermentalität aufgeschwatzten Minderwertigkeitskomplexen sondern zu Selbstbewusstsein sein.

Selbst in einer nach Hollywoodart strukturierten Schütte-Welt führt kein Weg an Vernunft vorbei: Bevor man sich bemüht "bündnisfähig" zu werden, stellt sich doch wohl zu allererst mal die Frage, mit wessen Geistes Kind man sich da verbünden soll... Ein auf erwiesenen Lügen basierender völkerrechtswidriger Angriffskrieg gegen den Irak, der inzwischen ohne jeden Sinn und Verstand zigtausenden völlig unschuldiger Zivilisten das Leben kostete, ist jedenfalls alles andere als der Nachweis irgendwelcher anerkennungswürdiger Absichten.

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